Fünf Wanderwege gibt es in und um Fürth am Berg. Weil im Landkreis derzeit ein neues Wanderwegenetz etabliert wird, werden all diese Wege neu beschildert. Um die Wege in Zukunft instand zu halten, werden für die Routen noch Wanderwarte gesucht - wie Wolfgang Zarske und seine Frau Marina. Das Ehepaar kümmert sich unter anderem um den Natur-Erlebnispfad, der zwischen Fürth am Berg und Plesten verläuft.

Wer Wanderwart werden möchte, braucht ein Smartphone. "Wir wurden mit einer besonderen Version der App ,Outdoor Active', die es auch für Wanderer gibt, ausgestattet und entsprechend geschult", sagt Wolfgang Zarske. Damit der Weg Schild für Schild in der App dokumentiert ist, mussten er und seine Frau die Route zunächst ablaufen und von jedem Schild eine Aufnahme, auf der auch die Nummerierung zu sehen ist, und eine Großaufnahme mit dem Schild und dem Umfeld machen. "Wer hier unterwegs ist, soll mithilfe der App sehen, ob er richtig ist. Deshalb wird in der App jedes Schild erfasst", begründet er das Vorgehen.

Als Wanderwart musste Zarske auch Rückmeldung dazu geben, ob seiner Einschätzung nach genug Schilder aufgestellt wurden und ob diese an den passenden Stellen stehen. Schließlich sollen sich auch Wanderer, die kein Smartphone dabei haben, zurecht finden.Um sicherzugehen, dass die Wege alle begehbar sind, laufen die Zarskes die Strecke mindestens zweimal pro Jahr ab. "Manchmal drehen sich die Schilder, zum Beispiel durch Windböen. Wir gucken von Zeit zu Zeit, ob alles passt", sagt der 68-Jährige.

Unbegehbare Wege und defekte Schilder

Wenn die Schilder Defizite aufweisen oder die Strecke nicht in Ordnung ist, wird das über die App an das regionale Wanderwegemanagement gemeldet. "Beim Wanderweg um den Spitzberg haben wir neulich eine Stelle gemeldet, die im Winter begehbar ist und jetzt im Sommer zugewachsen war. Dafür haben wir eine alternative Route gesucht und die GPS-Daten aufgezeichnet", erklärt Wolfgang Zarske das Vorgehen. "Wenn umgefallene Bäume den Weg versperren die nur noch am seidenen Faden hängen und jederzeit umstürzen könnten, geben wir das auch weiter", ergänzt seine Frau Marina.

Die Zarskes sind Mitglieder des ortsansässigen Obst- und Gartenbauvereins, der seit Jahren den Natur-Erlebnispfad instand hält. "Den Weg gibt es seit 2009. Wir kümmern uns unter anderem darum, dass die Sitzgruppen sauber sind und halten alles in Schuss", sagt Marina Zarske. Als der Natur-Erlebnispfad angelegt wurde, hatte der Verein Jubiläum. Ziel war es, eine interaktive Strecke zu schaffen. "Wir haben Erklärschilder zu verschiedenen Baumarten, Tiere in Lebensgröße und eine Balancierstation aufgestellt", zählt sie auf. Der Pfad sei vor allem bei Schulklassen, Kindergartengruppen und Pfadfindern sehr beliebt. "Vor Corona haben wir immer Schatztruhen für die Kinder versteckt und die Touren begleitet."

Die Schilder für das neue Wanderwegenetz sind in der Stadt Neustadt und den dazugehörigen Ortsteilen noch nicht vollständig aufgestellt. Über den Sommer hat sich laut Bastian Bauer, dem stellvertretenden Leiter des Bauhofs Neustadt, nicht viel getan. "Die Straßen- und die Verkehrssicherung sowie der Kanalunterhalt haben Vorrang", sagt er. Vor allem in der Urlaubszeit würde alles etwas langsamer gehen. "Wenn wieder mehr Mitarbeiter greifbar sind, machen wir weiter."

Wegewarte gesucht

Ehrenamt Für die Instandhaltung des neuen Wanderwegenetzes werden Wegewarte gesucht, die den Wanderweg, für den sie verantwortlich sind, ein- bis zweimal pro Jahr ablaufen und Mängel über eine App mit dem Smartphone melden. Wer Interesse hat, kann sich bei Nadine Irmsch (Mail: Nadine.Irmsch@neustadt-bei-coburg.de) melden.