Er kennt jeden Schüler seiner Schule mit Namen, liest jedes Zeugnis persönlich gegen. In seinem Schubfach hat er stets Lachgummis oder Mohrenköpfe. Freitags verteilt er Fischbrötchen, in der Pause Äpfel aus dem eigenen Garten. Damit ist jetzt Schluss: Axel Meyer, seit 2003 Rektor an der Melchior-Franck-Schule, geht in den Ruhestand.
Die Verabschiedung am Donnerstag mit den Schülern, anschließend beim Gottesdienst und am Abend von Kollegen und Wegbegleitern machte deutlich, welch ein Menschenfreund da an der Spitze einer Schule steht. Unbestritten seine Führungsqualitäten, seine Rolle als Lokführer, der stets mit Tatkraft, Optimismus, Professionalität und Hartnäckigkeit sein Ziel verfolgte. Und das war stets das gleiche: Axel Meyer geht es um das Wohl der Kinder.
Seine Liebe zu den Schülern stärkte ihm den Rücken bei Gegenwind.
Er stellte sich stets selbstbewusst und überzeugt den Herausforderungen und Diskussionen - ob im Schulamt oder im Rathaus.
Er selbst zitierte gestern Ringelnatz bei seiner Abschiedsrede: "Humor ist der Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt." Diesen Satz gab er all seinen Kollegen mit auf den Weg.
Der Mann, der in den zwölf Jahren als Schulleiter, immer wieder Veränderungen und Neuerungen für unabdingbar hielt, verglich die Schule mit einem Schiff auf hoher See. Er sei eben nicht nur der Kapitän oder wie seine Kollegen meinten, der Lokführer gewesen, er sehe sich auch als Schiffsbauer, Matrose, Maschinist, Navigator und Steuermann. Der Rektor halte die Schule auf Kurs.
Dass dies gar nicht immer so einfach war, zeigten die vielen Entwicklungen und Innovationen, die die Melchior-Franck-Schule unter seiner Führung erlebte. Was Axel Meyer anpackte, gelang ihm und führte zum Erfolg. Davon sprachen alle Laudatoren.
Schulamtsdirektor Werner Löffler nannte Meyer einen innovativen Schulleiter, der den Menschen ins Zentrum seiner Arbeit stellte. Eine "Konstante" in der Coburger Bildungslandschaft sieht Oberbürgermeister Norbert Tessmer in ihm. Fasziniert von der Art, wie Axel Meyer mit Kindern umgeht, zeigte sich Pfarrerin Kerstin Willmer. Sie dankte ihm für die gute Nachbarschaft und stellte besonders heraus, dass es an der Melchior-Franck-Schule möglich ist, jeden Freitag einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Stefan Schwarzenberger von der Mauritiusschule lobte die unkomplizierte Art, wie Axel Meyer Probleme pragmatisch löst und Chancen erkennt statt zu jammern.
Die Abschiedsworte seiner Nachfolgerin Susanne Thaler ließen Axel Meyer gleich mehrmals zum Taschentuch greifen. Schließlich hatte sie seinen Weg als Schulleiter von Anfang an mit begleitet. Vor allem die Musik ist es, mit der es Axel Meyer verstanden hat, eine Schulgemeinschaft zu motivieren und zu inspirieren.
Eine Hommage auf wissenschaftlicher Grundlage, humorvoll und geistreich vorgetragen von Schulpsychologin Helga Geheeb, würdigte Axel Meyer als einen außergewöhnlichen Schulrektor mit Widder-Hörnern und weisem Herzen.