Die Mitglieder der FDP lebten ihre politische Tradition am 6. Januar mit Helmut Markwort als Ehrengast. Sie sehen sich als echte Wahlalternative.
Die Coburger Liberalen und der Bezirksverband Oberfranken der FDP haben in Coburg ihr 64. Dreikönigstreffen mit dem früheren Focus-Herausgeber und -Chefredakteur, Journalisten, Medienunternehmer und Landtagsabgeordneten Helmut Markwort begangen. Im Hotel "Goldene Traube" präsentierte sich die FDP gewohnt selbstbewusst und reklamierte für sich die politische Meinungsführerschaft.
Helmut Markwort, mit 83 Jahren Alterspräsident des Bayerischen Landtags und seit 1968 Mitglied der FDP, kam im Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie in Bad Rodach unter. Dort besuchte er die Volksschule und anschließend zwei Jahre das Casimirianum in Coburg. Bad Rodach sei seinerzeit von drei Seiten von der Grenze zur damaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) umgeben gewesen, "und nur die Straße nach Coburg führte in die Freiheit. In Rodach habe ich die Freiheit schätzen gelernt", sagte Helmut Markwort.
Charmanter Erzähler
Er weiß als charmanter Erzähler mit diesem Lebensabschnitt zu kokettieren: "Ich konnte plötzlich amerikanisch. Warum ich plötzlich englisch sprechen konnte, weiß kein Mensch", plauderte er charmant mit Moderator und Stichwortgeber Johann Pirthauer.
Die FDP als liberale Partei wird nach den Worten von Helmut Markwort "mehr denn je gebraucht". Die CSU sei ihm stets zu "diktatorisch" gewesen und die SPD sei, "gerade unter dem neuen Vorstandsduo eine eigentumsfeindliche Partei". Frustrierten ehemaligen SPD-Wählern müssten die Liberalen eine neue politische Wahlalternative geben.
Für seriösen Journalismus
Weiter sprach sich Helmut Markwort für einen seriösen Journalismus aus. Leider seien die Auflagen von Tageszeitungen und Magazinen "dramatisch" rückläufig. Zeitungen "sind wie Überraschungseier für ihre Leser", wo Redakteure und Journalisten interessante und informative Nachrichten verbreiteten. "Im Internet sucht jeder nur das, was er wissen will", lebe und informiere sich in der eigenen Blase.
Michael Zimmermann, seit knapp einem Jahr Chef der Coburger Liberalen und deren Kandidat für die Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt, wertete das Dreikönigstreffen als eine gute Motivation für die Kommunalwahl am 15. März. Er erinnerte an die Forderung der FDP, eine S-Bahn in Coburg und in die Nachbarstädte mit engem Takt einzuführen, mahnte einen ICE-Systemhalt und Schienenlückenschluss nach Thüringen an und ein vernünftiges Radwegekonzept für Coburg. Bei der aktuellen Klimadiskussion dürfe die Wirtschaft nicht vergessen werden, und den Individualverkehr gelte es, intelligent zu gestalten.
Markus Latta, stellvertretender Kreisvorsitzender der Coburger FDP, dankte seinem Vorsitzendem Michael Zimmermann und "dem zukünftigen Oberbürgermeister von Coburg". Erfreulich sei für die FDP der Einzug in den Thüringer Landtag gewesen, das "Kaputtreden der deutschen Auto- und Schlüsselindustrie geht auf keine Kuhhaut", schlug Latta einen großen thematischen Bogen. Die Verkehrswende funktioniert nach seiner Ansicht nur, wenn es Alternativen zum eigenen Auto gebe.
aus der Kommentarfunktionsfreien Schwesterzeitung zur gleichen Veranstaltung:
Landtagsabgeordnete Sebastian Körber (Forchheim) (...) Die Elektromobilität sei jedenfalls noch längst nicht so umweltfreundlich, solange (...) Seltene Erden in großem Stil für Batterien abgebaut werden müssten.
Und Leute mit solchem Grundverständnis wollen unsere Zukunft in diesen Bereichen mitbestimmen. Kleiner Tip: In Akkus/Batterien von Elektroautos sind keine seltenen Erden.
"Weiter sprach sich Helmut Markwort für einen seriösen Journalismus aus." – Ach?!?
Als "seriöserm Journalismus" kann allerdings das widerwärtig-pietätlose Ausschlachten des schrecklichen Unfalls auf der B2 bei Wernsbach seitens dieses Mediums nicht bezeichnet werden, der gegenwärtig schon zum wiederholten Male als Aufmacher herhalten muß – diesmal am Tod eines 4-jährigen Kindes aufgehängt ... –, wobei alles noch mal und nochmal wiedergekäut wird. Armselig und empathielos den Opfern gegenüber. Schämen Sie sich, wenn Sie noch wissen, wie das geht.