Zahlreiche Löschfahrzeuge auf dem Marktplatz und in der Herrngasse, eine große Drehleiter in der Ketschengasse, dazu ein großes Aufgebot an Feuerwehrleuten rund um das Prinz-Albert-Denkmal im Einsatz - diese Szenerie am Montag in der Coburger Innenstadt weckt unweigerlich sofort Assoziationen an den Altstadtbrand Pfingstsonntag 2012 in der Herrngasse. In diesem Fall aber erfolgte die Entwarnung für die Anwohner vorab auf den Social-Media-Kanälen.

Denn der Großeinsatz der Feuerwehr Coburg war eine Alarmübung - die erste große Übung nach Lockerung der Corona-Beschränkungen, wie Stadtbrandrat Christian Dudda auf Nachfrage erklärte. "In Lockdown-Zeiten konnten wir ja nicht in großen Gruppen üben", sagte Dudda im Nachgang. Am Montag aber waren - endlich wieder - rund 60 Einsatzkräfte beteiligt. "Normalerweise machen wir eine solche Alarmübung drei- bis viermal pro Jahr." Auf dem Marktplatz "waren wir aber schon länger nicht mehr präsent", räumt Dudda ein: "Zuletzt mal bei einer Museumsnacht."

Stadtbrandrat will nochmals kandidieren

Mit dem Einsatz zeigte sich Coburgs Stadtbrandrat zufrieden. "Das war endlich mal wieder was anderes und kam bei den Bürgern ganz gut an." Bewusst habe man den Ernstfall als Trockenübung durchgeführt - die Schläuche blieben also leer. Denn natürlich könne auch bei einer Übung mal ein Schlauch reißen - und irgendwelche Glas- oder sonstige Schäden habe man nicht riskieren wollen.

Seit Januar 2018 ist Christian Dudda als Nachfolger Ingolf Stökls Kommandant der Feuerwehr Coburg und damit zugleich Stadtbrandrat. Eine weitere sechsjährige Amtszeit könne er sich zum jetzigen Zeitpunkt durchaus vorstellen, erklärte er auf Nachfrage.

Dudda reagierte damit auf die Ankündigung seines Stellvertreters Daniel Fritz bei der Hauptversammlung (siehe Bericht unten), nicht mehr für das Amt des stellvertretenden Kommandanten und damit zugleich als Stadtbrandinspektor zu kandidieren. Er wolle nach über sechs Jahren in dieser Funktion nun selbst Kommandant werden, hatte Fritz erklärt.

Sollte es zu zwei oder mehr Kandidaten kommen, solle eine demokratische Wahl entscheiden, meinte Dudda. Aber noch sei diese Wahl weit entfernt - turnusmäßig steht sie 2024 an. Bewusst hatte sich die Feuerwehr Coburg vor einigen Jahren dazu entschieden, die jeweils sechsjährigen Amtszeiten des Kommandanten und des Stellvertreters um drei Jahre versetzt beginnen zu lassen, um nicht irgendwann führungslos zu sein, sollten beide Führungspositionen gleichzeitig neu besetzt werden müssen.