Der Klimaschutz liegt dem Landkreis am Herzen. Um damit voranzukommen, wurde mit Lisa Güntner eine eigene Klimaschutzmanagerin eingesetzt. Was alles auf den Weg gebracht wurde, um dem Klimawandel vom Landkreis Coburg aus entgegenzuwirken, das erklärte sie am Dienstag dem Kreisausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität.


Zu den Aufgaben der Klimaschutzmanagerin gehört die Verbesserung der Energieeffizienz, der Bereich der erneuerbaren Energien und der der Mobilität ebenso wie alle möglichen Initiativen, um die Bürger für das Anliegen des Klimaschutzes zu aktivieren.


Um dem gerecht zu werden, wurden Energieberatungen für die Bürger angeboten. Im vergangenen Jahr wurden bei zehn Beratungsnachmittagen damit 76 Bürger in Einzelberatungen erreicht. Für dieses Jahr sind bereits zwölf solcher Beratungen geplant.
Kooperationspartner des Landkreises sind dabei die Stadtwerke Neustadt, die SÜC und die Energieagentur Oberfranken.



Mit dem Angebot eines Stromsparchecks für einkommensschwache Haushalte erreichte das Klimaschutzmanagement 37 betroffene Familien oder Wohnungsinhaber. Dabei wurde mit weiteren Partnern wie dem Jobcenter, den Kommunen und sozialen Einrichtungen zusammengearbeitet.


Die im April gegründete Bürger-Energiegenossenschaft hat ihre Arbeit aufgenommen. Eines der ersten Projekte könnte eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Coburger Gymnasiums Ernestinum werden, berichtete Lisa Güntner.


Noch schwach angenommen wurde das Angebot von geführten Energiewanderungen für Schulklassen, Vereine oder andere Gruppen. Dabei würden die Fahrtkosten für die ersten fünf Gruppen von der Sparkasse Coburg-Lichtenfels als Sponsor übernommen. Die Wanderungen führen zum Windpark Bretzenstein, einem Wasserkraftwerk bei Gleußen und zu einem Bauernhof mit Biogasanlage.


Informationsveranstaltungen zur Elektromobilität sollen das Interesse an solchen Fahrzeugen wecken. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, die nötige Infrastruktur dafür in der Region auszubauen. Beim Coburger Klimamarkt im Juli wurden Elektroautos, Pedelecs und Segways vorgestellt.


Wie die Energieeffizienz bei Häusern verbessert werden kann, wurde bei den Coburger Energiespartagen aufgezeigt. Dazu wurde auch die Hochschule Coburg mit eingebunden.


Mehr Mobilität in der Fläche

Das Rufbusmodell, das es bereits im Raum um Bad Rodach gibt, soll auf weitere Landkreisgebiete ausgeweitet werden. Zuerst profitiert Neustadt davon. Die Stadt beantragte, vorgezogen zu werden, weil ihre südlichen Stadtteile besonders schlecht an die Kernstadt angebunden sind. Der Ausschuss befürwortete das. Damit ergebe sich auch eine Testphase, in der Erfahrungen für den weiteren Ausbau des Angebots gesammelt werden können. Zudem sind in Fürth am Berg - einem der betroffenen Stadtteile - Flüchtlinge dezentral untergebracht, die mit dem Rufbus auch die Kernstadt leichter erreichen könnten, hieß es. Neustadt könnte demnach bereits Mitte Mai vom Rufbus profitieren. Der weitere Aufbau des Angebots ist ab dem 1. September geplant.
Wie Frank Schäfer, der für den öffentlichen Personennahverkehr mit zuständig ist, erklärte, zeigte sich bereits beim Betrieb des Rufbussystems bei Bad Rodach, dass die Fahrgäste Verbindungen nutzen, die von den Planern so vorher gar nicht erwartet worden waren. Gleichzeitig wird der Rufbus genutzt, um Schnittstellen zu erreichen, die ein Umsteigen auf andere Verkehrsangebote wie Bahn oder Buslinien in andere Landkreise ermöglichen. In mehreren Bereichen gibt es bereits Kooperationen über die Landkreisgrenzen hinweg.


Die Sache mit dem Schulweg

Es war zunächst ein Antrag der CSU-Fraktion des Kreistags. Ihr ging es darum, die Kosten für die Beförderung der Schüler zu übernehmen, wenn sie weiterführende Schulen besuchen. Die staatliche Förderung sieht dafür vor, dass die Kosten für die Fahrt zur am leichtesten erreichbaren Schule übernommen werden. "Das ist nicht automatisch die räumlich am nächsten gelegene Schule", betonte Landrat Michael Busch. Der CSU ging es darum, Schülern und Eltern die Wahlfreiheit der Schule zu gewähren.


Der Wunsch ist komplizierter zu erfüllen, als zunächst wohl angenommen. Schwierig wird es immer dann, wenn die gewünschte Schule nicht im Landkreis Coburg liegt. So orientieren sich viele Schüler im Itzgrund in Richtung Ebern, also zum Landkreis Haßberge. Ähnlich im Raum Bad Rodach, wo Schüler nach Hildburghausen zur Schule gehen oder zwischen Neustadt und Sonneberg. Es soll nun geprüft werden, wie weit Vereinbarungen mit den jeweiligen Nachbarlandkreisen getroffen werden können, die eine Übernahme der Kosten ermöglichen.


Für den Landkreis Coburg wäre die Übernahme von Kosten über das staatliche Angebot im Rahmen der Beförderungspflicht hinaus eine freiwillige Leistung. Profitieren könnten ab dem kommenden Schuljahr dann Schüler bis zur Jahrgangsstufe zehn. Ab der gymnasialen Oberstufe werden die Fahrtkosten auch jetzt schon nicht mehr gezahlt.