Landkreis Coburg: Katastrophenschützer beraten zu Blackout - "Bevölkerung unzureichend vorbereitet"
Autor: Redaktion
LKR Coburg, Montag, 06. Februar 2023
Auf einen Blackout sind nur wenige Haushalte ausreichend vorbereitet. So hieß es bei einem Beratungstreffen im Landratsamt Coburg. Worauf es bei der Eigenvorsorge ankommt und wie schnell Hilfsorganisationen reagieren können.
- Katastrophenschutz aus Landkreis Coburg berät zu Blackout
- "Ab dem zweiten Tag wird es kritisch": Viele Haushalte unvorbereitet
- Lokale Krisenstäbe äußern Sorge um Personal im Ernstfall
- Tipps für die Eigenvorsorge und was Gemeinden einrichten müssen
Das Thema Blackout wird seit Monaten auf verschiedenste Weisen öffentlich besprochen, dennoch lässt die Eigenvorsorge vieler Haushalte laut Katastrophenschützern aus dem Coburger Land zu wünschen übrig. "Die Bevölkerung ist auf einen Stromausfall unzureichend vorbereitet", heißt es in einer Pressemitteilung des Coburger Landratsamts nach einer Zusammenkunft von rund 40 Haupt- und Ehrenamtlichen.
Landratsamt Coburg zum Blackout: Vorräte reichen oft kaum zwei Tage
Der Bund und der Freistaat Bayern hätten den Kommunen einen Stromausfall mit der Dauer von mindestens 72 Stunden als Maststabsszenario gegeben. Aktuelle Erhebungen gingen davon aus, dass in den ersten 48 Stunden nur sehr wenige Probleme bei der Grundversorgung der Haushalte auftreten, so das Landratsamt. Doch danach gingen relativ schnell Probleme los. Die wenig optimistische Einschätzung der Fachbehörden: "Ab dem zweiten Tag wird es kritisch."
Von da an müsse man damit rechnen, dass erste Haushalte vor leeren Kühlschränken, aber geschlossenen Supermärkten stünden. Landrat Sebastian Straubel betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Hilfsorganisationen: "Für sie ist es selbstverständlich, dass sie sich in schwierigen Momenten für die Bürgerinnen und Bürger einsetzen." Es sei nicht die Aufgabe der Kommunen und Hilfsorganisationen, der Bevölkerung die Eigenverantwortung im Falle eine Blackouts abzunehmen, schreibt das Landratsamt.
Es sei mittlerweile allgemein bekannt, dass sich jeder Mensch einen gewissen Puffer an Trinkwasser, Nahrungsmitteln und bei Bedarf auch wichtigen Medikamenten für den Fall des Falles zulegen müsse. Denn die Herausforderung, der sich die Katastrophenschutzbehörden in diesem Winter gegenübersähen, seien groß genug. Fachbereichsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Coburger Landratsamt Timo Sommerluksch: "Wir brauchen Konzepte, um die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur zu sichern."
Hilfsorganisationen müssen bei Blackout auf ein Drittel der Ehrenamtlichen verzichten
Die Abstimmung für den Fall eines flächendeckenden Blackouts habe schon vor einiger Zeit stattgefunden. Städte und Gemeinden des Landkreises seien dabei beauftragt worden, auf lokaler Ebene einen Krisenstab zu bilden. Auch die Kommunikation in Zeiten ohne Strom zwischen den Kommunen und der Katastrophenschutzbehörde am Landratsamt sei klar geregelt. "Wir gehen davon aus, dass unser Informations- und Kommunikationskonzept greift", so Sommerluksch.
Die lokalen Krisenstäbe blickten jedoch etwas besorgt auf das ehrenamtliche Personal in den Hilfsorganisationen. Laut verlässlicher Erhebungen stehe bei einem Blackout lediglich ein Drittel der gemeldeten Einsatzkräfte zur Verfügung. Der Rest sei beispielsweise durch die Betreuung von Familienangehörigen oder aufgrund akuter beruflicher Verpflichtungen wegen des Stromausfalls gebunden. Es bleibe den Feuerwehren und Rettungsdiensten nichts anderes übrig, als sich auf dieses Szenario einzustellen. "Denn nur, wenn wir alle einsatzbereit sind, funktioniert auch unser System", wird Sommerluksch zitiert.