Landkreis Coburg: Flüchtlinge brauchen Unterkünfte - Landrat appelliert "an alle Gemeinden und Mitbürger"
Autor: Isabel Schaffner
LKR Coburg, Donnerstag, 16. Februar 2023
Im Landkreis Coburg herrscht hoher Bedarf an Wohnraum für anerkannte Asylsuchende und Flüchtlinge. Der Landrat appelliert daher an Bürger und Gemeinden, mitzuhelfen.
- Landkreis Coburg: So viele Asylbewerber und Flüchtlinge sind derzeit untergebracht
- Landratsamt bittet um Mithilfe bei der Wohnungsvermittlung
- Mietangebote nötig: so funktioniert die Anmeldung
- Wie der Freistaat Bayern Anbietern unter die Arme greift
Im Landkreis Coburg waren am Montag (13. Februar 2023) laut einer Statistik der Regierung von Oberfranken 845 Ukraine-Flüchtlinge und 708 Asylbewerber*innen beziehungsweise weitere Flüchtlinge untergebracht. Die Gemeinde Meeder macht nun in einer Pressemitteilung auf den Bedarf an Wohnraum aufmerksam.
Vermieter für Asylsuchende und Flüchtlinge im Landkreis Coburg gesucht - "wichtiger Baustein" für Integration
"Der Landrat Coburg appelliert an alle Gemeinden und Mitbürger um aktive Mithilfe", heißt es hier. Das Landratsamt bitte erneut um Unterstützung bei der Wohnungsvermittlung für Asylsuchende und Flüchtlinge. Wie auf der Webseite des Landkreises Coburg zu lesen ist, müssen anerkannte Asylsuchende und Geflüchtete "baldmöglichst aus den staatlichen Unterkünften (Gemeinschaftsunterkünfte oder dezentrale Unterkünfte) ausziehen", nachdem sie den Anerkennungsbescheid erhalten haben.
Zusammen mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden sowie den Helferkreisen unterstütze das Landratsamt Coburg die Betroffenen bei der Wohnungssuche. Dazu würden Mietangebote benötigt. Diese seien "ein wichtiger Baustein" für die Integration. Mögliche Mieter müssten "vor Abschluss des Mietvertrages die Angemessenheit der Unterkunft vom Jobcenter prüfen lassen. Die Angemessenheit ist abhängig von der Personenzahl, der Gesamtfläche, des Heizenergieträgers und der Region", so die Erklärung.
In einem Formular sind dafür bestimmte Angaben zum Mietobjekt festzuhalten. Dazu gehören die Gesamtfläche der Wohnung, bei Untervermietung die untervermietete Wohnfläche, die Gesamtfläche des Gebäudes, in dem die
Wohnung liegt und der Heizenergieträger. Wie die Gemeinde Meeder betont, würden die Unterbringungskosten vom Freistaat Bayern getragen.
Stadt Coburg meldet ebenfalls Bedarf - Wohnraumbörse hilft bei der Vermittlung
Die Stadt Coburg verzeichnete am Montag indes laut der Regierung von Oberfranken 816 untergebrachte Ukraine-Flüchtlinge und 608 Asylbewerber*innen beziehungsweise weitere Flüchtlinge. Eine Online-Wohnraumbörse der Stadt Coburg ermöglicht die Vermittlung zwischen Vermiet- und Mietwilligen. Auch hier gilt es, ein Formular auszufüllen.
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