Die Botschaft ist unmissverständlich - zumindest für eingefleischte Coburger mit Grundkenntnissen im heimischen Dialekt. "Kost' fei nix!" steht auf den kunterbunten Plakaten, die seit wenigen Tagen für ein neues Festival werben. "Coltur" haben findige Marketing-Köpfe die umfangreiche Veranstaltungsreihe getauft, die an drei Wochenenden zwischen Ende Juli und Ende August an drei jeweils verschiedenen Veranstaltungsorten ein Podium bieten will für Künstlerinnen und Künstler aus Coburg.

Kunstgenuss unter freiem Himmel zum Nulltarif - das funktioniert im Fall von "Coltur" nur mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Bundes. Das Förderprogramm "Neustart Kultur" macht es möglich, mitten in der Corona-Krise nach langen Lockdown-Monaten heimischen Künstlern und ihrem Publikum eine Chance zur Begegnung zu bieten - unter Beachtung der aktuellen Abstands- und Hygiene-Regeln.

Insgesamt 142000 Euro stehen für drei Wochenenden zur Verfügung - 100000 Euro Zuschuss kommen vom Bund, ergänzt durch Gelder der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, die in ihrem Jubiläumsjahr zum 200-jährigen Bestehen ebenfalls finanzielle Unterstützung bietet. Insgesamt 80 Prozent der Gesamtkosten seien damit durch Zuschuss und Spende gedeckt, freut sich Horst Graf, Chef von Coburg Marketing. Ein beträchtlicher Teil der Gesamtkosten kommt den Künstlern in Form von Gagen zugute - insgesamt 65000 Euro.

Wie bunt und vielfältig die Szene der Kulturschaffenden in Coburg ist, belegt bereits das Programm für das erste Wochenende vom Freitag, 30. Juli, bis Sonntag, 1. August. Von hintersinnigen Anmerkungen zum Zeitgeist bis zu symphonischer Blasmusik mit dem Musikverein Beiersdorf spannt sich der Bogen. Chormusik mit Crossover-Akzenten, dargeboten vom Chor "Unerhört" unter Leitung von Antoinetta Bafas", gehört ebenso dazu wie ein "Waldmusical", das die Grundschule Neuses einstudiert und in der vergangenen Woche bereits auf der Waldbühne Heldritt präsentiert hat.

Zu erleben sind aber auch junge Coburger Nachwuchstalente mit ihren musikalischen Experimenten ebenso wie die Theaterband Black Star, die sich in den langen Monaten des Lockdowns auch mit diversen Online-Videos Aufmerksamkeit in der Region verschafft hat.

Übrigens: Bundesweit profitieren nur 117 Kommunen vom Programm "Neustart Kultur", davon 17 Landkreise und Städte in Bayern.