Halb Werkstatt, halb Designshop - so präsentieren sich die Räume in der Kirchgasse 3 ab Freitagnachmittag. Damit das Geschäft bis zum Sommer nicht ungenutzt bleibt - ab Juni ist es neu vermietet - hat sich der Vermieter an Professor Auwi Stübbe vom Designforum Oberfranken gewandt. Vielleicht hätten ja junge Designer Lust ihre Produkte dort auszustellen.
Für Alisa Ehrlicher, Denise Knauft, Alexandra Frey und Nina Renth kam dieses Angebot wie gerufen. Die vier Produktdesignerinnen kennen sich seit Jahren über das Designforum und engagieren sich mit Begeisterung bei den Designtagen. In der Vorweihnachtszeit nutzten sie die "Gute Stube" in der Spitalgasse 18, um ihre Produkte zu verkaufen. Seither waren sie auf der Suche nach einem neuen Raum. "Es war schade, dass es nicht weiter ging. Wir sind oft angesprochen worden", sagt Alisa Ehrlicher.


Miete zu teuer

"Die Miete für ein Geschäft können wir uns aber nicht leisten", sind die Frauen überzeugt. Denise Knauft: "Hier kosten die Läden genauso viel wie in Nürnberg. Wie sollen wir das bezahlen?" Die Idee, die hässlichen Leerstände auf Zeit zu nutzen, hat den Reiz, dadurch auch das Stadtbild zu verschönern. "Wir möchten zeigen, dass mit wenigen Mitteln viel bewirkt werden kann. Mit etwas frischer Farbe und lokalen Produkten bereichern wir das innerstädtische Angebot", ergänzt Alisa Ehrlicher. Die Neustadterin betont, dass Coburg "wahnsinniges Potenzial" hat. Deshalb möchte sie auch gerne in der Region bleiben und ihre Produkte hier anbieten. Vorstellbar wäre das im Moment noch in einer Art Wanderzirkus, nach dem Motto: "Wir ziehen von Geschäft zu Geschäft." Wo hin es allerdings im Juni gehen könnte, ist noch unklar. Wer freistehende Räume zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei den Designerinnen in der Kirchgasse 3 oder bei Auwi Stübbe melden.
Ab fünf Euro finden sich schon kleine Besonderheiten in dem Shop. "Das teuerste Teil, das wir anbieten, ist der kleine Stromer - eine Art Ladestation", erklärt Alisa Ehrlicher. Ob Do-it-yourself-Bausätze für Lampen oder Vasen, handgefertigte Porzellangefäße (durchaus für den Hausgebrauch), Bioseifen oder Visitenkartenhalter, die Auswahl soll höchste Ansprüche erfüllen. "Wir legen großen Wert auf die Verarbeitung und Qualität unserer Waren. Die Produkte sind einzigartig und individuell gestaltet", betont Denise Knauft. Als Vorbilder für die Schälchen und Vasen dienen oftmals Früchte oder Nüsse aus der Natur.