Die Kastanienbäume fühlen sich im Gustav-Hirschfeld-Ring nicht wohl - deshalb werden sie ausgetauscht. Die Nachfolger der Kastanien sind neu in der Stadt.
Seit 1987 stehen zwölf Kastanien im Gustav-Hirschfeld-Ring und sind damit noch relativ jung. Eigentlich hätten sie noch mindestens 50 Jahre vor sich. Die Schäden sind mittlerweile aber so groß, dass man im Grünflächenamt zum Handeln gezwungen ist und die Bäume fällen muss.
Die Gründe dafür sind vielschichtig, sagt Bernhard Ledermann, Leiter des Grünflächenamts. Die Kastanien sind mit der Kastanienminiermotte befallen und durch nachfolgende Pilzkrankheiten geschwächt. "Außerdem haben die Bäume zu wenig Wurzelraum", erklärt Ledermann. Hinzu kommt die extreme Trockenheit in den vergangenen Jahren. "Durch all diese Umstände haben die Kastanien einen deutlichen Vitalitätsverlust gezeigt", sagt Ledermann. Obwohl die Kastanien schon gut 30 Jahre stehen, sehen sie ziemlich verkrüppelt aus, erklärt Ledermann.
Kein optimaler Standort
Der Standort sei für die Kastanien auch nicht optimal. Die Fahrbahn, der Gehweg und die Parkplätze behindern die Bäume in ihrem Wachstum. Im Untergrund sorgen Leitungen für Platzmangel. Viel Platz bleibt den Bäumen somit nicht. Das sich ändernde Klima und die damit gestiegenen Bedingungen an die Bäume sorgen für zusätzliche Probleme. "Solange die Kastanien wachsen würden, wäre alles gut", sagt Ledermann. Da sie das aber nicht tun, müsse man handeln und dafür müssen die Bäume raus, so Ledermann.
Mit dem Fällen der Kastanien ist es aber nicht getan. Die offenen Pflanzflächen müssen saniert werden und werden daher etwa 1,20 bis 1,50 Meter tief ausgebaggert. Anschließend werden die Flächen mit einem speziellen Substrat befüllt. Kastanien sollen dort dann nicht mehr wachsen. Der Gingkobaum ist die neue Baumart, die den Krankenhausberg zieren wird. "Der Gingkobaum ist ein ausgeprägter Stadtbaum, den wir bisher in Coburg nicht haben", weiß Ledermann.
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Unterpflanzt werden die Bäume mit Bodendeckerrosen, die als insektenfreundlich gelten und den Bienen als Weidepflanze dienen. Insgesamt rechnet Ledermann mit einer Investition in einer Höhe von rund 25 000 Euro. "Ein Baum kostet etwa 2000 Euro", sagt Ledermann. Die Arbeiten werden in einer Eigenbaumaßnahme des Grünflächenamts durchgeführt. Ein Vorteil der neuen Baumart ist, dass man im Vergleich zur Kastanie viel Grün auf wenig Fläche unterbringen könne.
Baumreihe soll etabliert werden
Das Grünflächenamt will mit den Gringkobäumen eine Baumreihe etablieren, die ihr Wuchspotenzial ausschöpfen kann. Dabei weist Ledermann besonders auf den Kühleffekt der Bäume hin. "Für das Stadtbild haben Bäume eine große Bedeutung", sagt der Leiter des Grünflächenamts. "Innenstädte heizen sich immer mehr auf." Da schaffen Bäume nicht nur Schatten, sondern senken auch die Temperaturen spürbar und filtern Feinstaub und CO² aus der Luft.