Ramada, Tulip Inn, Mercure, Arcadia und nun Vienna House Easy: Das Hotel am Südkreisel hat in den rund 20 Jahren seines Bestehens schon einige Namen gehabt. Nun wird es eins von elf deutschen Vienna House Easy, die die österreichische Vienna International Hotelmanagement AG betreibt. Gekauft hat die Hotelgesellschaft mit Sitz in Wien das Haus schon 2013, gemeinsam mit zehn weiteren Arcadia-Hotels in Deutschland. Die werden aber jetzt umbenannt, weil die Namensrechte auslaufen, informiert Eva Reinecke, die Pressesprecherin der Hotelmanagement AG.

Mit 123 Zimmern ist das Hotel in dem Betonbau mit den blauen Fensterrahmen das größte in Coburg. Zielgruppe sind in erster Linie Geschäftsreisende: "Der Markt ist vor allem durch die Dichte an erfolgreichen Unternehmen und dem damit verbundenen Geschäftsreiseaufkommen geprägt", bestätigt Eva Reinecke. Aber Coburg habe auch im Freizeitbereich einiges zu bieten: historische Altstadt, Schlösser, Weihnachtsmarkt, Sambafestival. "Nichtsdestotrotz birgt dieser Bereich aber noch einiges an Potenzial."

Barbara Glauben-Woy sagt es etwas deutlicher: "Wie viele Leute wissen denn, wo Coburg überhaupt liegt?" Die stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands Coburg im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert und hofft auf vermehrte Anstrengungen im Tourismusmarketing von Stadt und Landkreis. Die Strukturen dafür sind inzwischen vorhanden: Der Tourismusverein "Coburg.Rennsteig - grenzenlos fränkisch" und die Coburg Stadt und Land aktiv GmbH fürs Regionalmanagement kümmern sich um touristische Produkte und dann wohl auch um deren Vermarktung.

Mit der Vermarktung schaut es, zumindest auf Coburg bezogen, aber nicht einmal so schlecht aus. Sagt zumindest Michael Amthor, zum einen Leiter des Tourismus- und Stadtmarketingbetriebs der Stadt Coburg, zum anderen Geschäftsführer des Tourismusvereins. Immerhin habe Coburg die Übernachtungszahlen im Jahr 2015 um zehn Prozent steigern können, sagt er. Gut, ob sich das wirklich auf das Tourismusmarketing zurückführen lässt, könne natürlich niemand genau sagen, räumt Amthor ein. "Wir haben sehr aktive Hoteliers. Wir kriegen es aber mehr und mehr vermittelt, dass Coburg eine tolle Destination ist."

Die Hoteliers seien schon aus Eigeninteresse sehr aktiv, erläutert Barbara Glauben-Woy. Ihr Haus, die Goldene Traube, vermarktet sich über die Romantik-Hotels, das Hotel Stadt Coburg gehört zu den Ring-Hotels. Beide Male handelt es sich um Marketing-Kooperationen: Die Häuser sind unabhängig voneinander. Anders sieht es bei den Ketten aus. Neben Vienna International sind in Coburg die Best Western Hotels vertreten.
Daneben gibt es mehrere kleinere familiengeführte Hotels. Insgesamt kann Coburg inzwischen 999 Hotelbetten anbieten, vermeldet Amthor.

Ohne ihre Marketing-Verbünde hätten die Hotels aber kaum eine Chance, betont Barbara Glauben-Woy. Vor allem, weil das Marketing im Tourismusbereich langfristig angelegt sei. Die Touristiker haben zum einen den Urlauber selbst im Blick, der oft sehr kurzentschlossen bucht und dann schnellstmöglich alle für ihn wichtigen Informationen will. Zum anderen richtet sich das Marketing an die Reiseveranstalter. "Gestern war der Deutschlandchef von Thomas Cook hier. Der hat gesagt: Ich wusste gar nicht, dass Coburg so schön ist. Das höre ich häufiger", sagt Barbara Glauben-Woy. Zusammen mit Klaus Wes chenfelder, Direktor der Kunstsammlungen auf der Veste Coburg, bemüht sich die stellvertretende Dehoga-Kreisvorsitzende um einen großen Studienreisen-Veranstalter, wie sie erzählt. Der soll Fahrten ins Coburger Land anbieten, wenn hier 2017 die Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" stattfindet. Die Landesausstellung biete in absehbarer Zeit die beste Chance, das Coburger Land bekannt zu machen, sagt Barbara Glauben-Woy.