Was haben die Quadriga auf dem Brandenburger Tor, der Reliquienschrein für die Heilige Anna Schäffer in Regensburg und das Denkmal von Herzog Ernst I. auf dem Coburger Schlossplatz gemeinsam? Sie alle wurden - nachdem der Zahn der Zeit an ihnen genagt hatte - in die Obhut der Firma Haber & Brandner gegeben. Deren Metallbauer sowie Galvaniseure wie Norbert Frisch sind Spezialisten im Sanieren von Denkmälern.

Beim Standbild des Coburger Herzogs waren mehrere Löcher das Hauptproblem. Durch sie drang zuletzt immer mehr Feuchtigkeit ins Innere des bronzenen Standbilds. Doch Norbert Frisch konnte binnen weniger Tage alles wieder in Ordnung bringen; Galvaniseure, die auch "Oberflächenbeschichter" genannt werden, beschichten mit Hilfe der Galvanotechnik Metall-, Kunststoff- und andere Werkstoffoberflächen, um deren Optik und auch Korrosionsbeständigkeit zu verbessern.

Ein Loch im Knie, so vermutet Norbert Frisch , könnte von einem Granatsplitter stammen. Sagt's, und lässt seinen Blick nach oben schweifen, zum Kopf des 1849 gegossenen Denkmals.

Während sich Norbert Frisch um die Löcher kümmerte, legten seine Kollegen unter anderem an der stark verwitterten Inschrift Hand an. Die "4" in der Jahreszahl "1849" war allerdings nicht mehr zu retten - sie wird jetzt neu angefertigt und in den nächsten Tagen angebracht.

Der 1784 geborene Ernst regierte ab 1806 als Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha.
Nach seinem Tod 1844 übernahm sein ältester Sohn die Regentschaft als Ernst II. Dieser Ernst II. war es auch, der das Standbild seines Vaters anfertigen und auf dem Schlossplatz aufstellen ließ. Auf dem Schlossplatz deshalb, weil Ernst I. den Anstoß zur Umgestaltung des Schlossplatzes in seiner heutigen Form gab. Ernst II. wiederum, auf dessen Initiative der Hofgarten in seinem heutigen Erscheinungsbild zurückgeht, wurde später mit einem Reiterdenkmal geehrt - im Hofgarten, mit Blick hinunter zum Vater.