Das Gebäude ist entkernt und die Schadstoffe entsorgt. Jetzt stehen die letzten Abbrucharbeiten an, danach wird alles wieder neu aufgebaut. "Wir liegen aktuell im Zeitplan", sagt Anja Keyser, Pädagogische Leiterin der Jugendbildungsstätte Neukirchen, beim Gang durch den Rohbau. "Die neuen Grundleitungen und Fundamente sind schon gelegt und Ausschachtungen sind im Gange. Wir sind noch dabei, das Haus auf den Rohbauzustand zurückzubringen", ergänzt Detlef Brands, Wirtschaftlicher Leiter.

Im Juni 2022 soll die Sanierung abgeschlossen werden. Wie vor dem Umbau bietet das Jugendhaus dann wieder Platz für 100 Gäste. Weil dann alle Zimmer über eine Toilette und eine Dusche verfügen, können mehr Betten gleichzeitig belegt werden. "Vorher waren die Bäder auf dem Gang. Nach der Sanierung wird es einfacher, gemischte Gruppen aufzunehmen", erklärt Keyser das Konzept. Durch die neue Aufteilung können bis zu drei Schulklassen gleichzeitig in der Jugendbildungsstätte Neukirchen aufgenommen werden.

Gebaut wurde das Haus im Jahr 1976. "Alle Rohre und Leitungen mussten entfernt werden. Aber wir versuchen, möglichst viel zu erhalten und auf dem bestehenden Grundriss zu bleiben", beschreibt Keyser das Vorgehen. Generell soll möglichst nachhaltig gebaut werden. So soll beispielsweise Technik verbaut werden, die keinen hohen Wartungsaufwand hat. "An den Teilen des Hauses wo es funktioniert, wird für den Wärmeschutz außerdem eine hinterlüftete Holzfassade montiert."

Um bedarfsgerecht zu sanieren, wurde die Jugendbildungsstätte vor dem Start der Baumaßnahme Ende November 2020 zusammen mit Gästen und Architekten begutachtet. "Es ist wichtig, dass es Ecken gibt, in denen die Jugendlichen plaudern und sich austauschen können", sagt Keyser. Unter anderem wird es wieder einen Kamin geben. Als Highlights sind außerdem ein Billardraum und eine Terrasse im Außenbereich geplant. "Wir wollen, dass die Jugendlichen sich heimisch fühlen."

Nach wie vor wird es nach Abschluss der Sanierung einen Werkraum und eine Küche mit einem direkt angrenzenden Speisesaal geben. "Alles wird wesentlich moderner und luftiger gestaltet werden", kündigt Keyser an. Die Größe des Tagungsraums soll zukünftig flexibel angepasst werden. "Durch Trennwände können wir Räume für kleine oder große Gruppen schaffen."

Investition in Millionenhöhe

Die Gesamtkosten für die Sanierung der Jugendbildungsstätte liegen bei über 7,3 Millionen Euro. "Wir hoffen, dass Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht und wir, wie geplant, nächstes Jahr im Juni fertig werden", sagt Brands.

Die Kosten werden durch den Bayerischen Jugendring, die Bayerische Landesstiftung, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, die Stadt und den Landkreis Coburg sowie die Gemeinde Lautertal bezuschusst. "Die restliche Investitionssumme wird durch die evangelische Landeskirche als Bauherr, sprich durch Kirchensteuermittel, getragen."

Wegen der Corona-Pandemie macht sich Brands Sorgen darüber, ob der Zeitplan eingehalten werden kann. "Wir tun alles, dass wir im Juni 2022 fertig werden. Durch Corona stoßen wir aber auf immer mehr Schwierigkeiten. Die Lieferung des Baumaterials kann problematisch werden." Vor allem Bauholz ist momentan schwer zu bekommen.