Deutschland diskutiert über die Nebeneinkünfte seiner Politiker - und einer verfolgt das sehr gelassen: "Ich bin schon immer für volle Transparenz gewesen", sagt der CSU-Bundestagsabgeordnete für Coburg und Kronach, Hans Michelbach. Deshalb hätte er auch "kein Problem damit", wenn das kommt, was der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück angeregt hat: nämlich, dass alle Abgeordneten offenlegen, für welche Nebentätigkeiten sie Geld kassieren. Auslöser der Diskussion war, dass Steinbrück selbst in den vergangenen Jahren für mehrere hunderttausend Euro zahlreiche Vorträge gehalten hat. Als jetzt Kritik daran aufkam, ging Steinbrück in die Gegenoffensive.

"Der Bürger hat ein Anrecht darauf, dass er über die Nebentätigkeiten seines Abgeordneten informiert ist", findet Hans Michelbach. Er selber verzichte auf jegliche bezahlten Beratertätigkeiten und habe es in der Vergangenheit auch stets abgelehnt, Posten in Aufsichtsräten zu übernehmen. "Als Mann aus der Wirtschaft will ich das klar trennen", betont er.

Aktiv in Familienunternehmen


Wo Hans Michelbach neben seiner Abgeordnetentätigkeit noch aktiv ist, sind die "gewachsenen Unternehmen meiner Familie", wie er es nennt. Dort sei er zum Teil als Gesellschafter tätig. Er würde aus diesen Formen aber kein Geld herausziehen, um sich seine Diäten aufzubessern, sondern sämtliche Erträge "reinvestieren, um Arbeitsplätze abzusichern".

Fazit Hans Michelbach: "Eine volle Transparenz bei allen Angeordneten halte ich für den richtigen Weg."