Viel Erfreuliches konnte am Dienstag die dreiköpfige Vorstandsriege der Sparkasse Coburg-Lichtenfels berichten. Zum Beispiel, dass der Kreditbestand um vier Prozent gestiegen ist und damit kräftiger als im Durchschnitt der oberfränkischen Sparkassen (2,6 Prozent). Oder, dass das Leasinggeschäft boomt. Bemerkenswert auch, dass es bei der Wohnungsbaufinanzierung ein Plus von 31 Prozent zu verzeichnen gibt: Rund 1900 Investitionen wurden mit 134 Millionen Euro unterstützt - das ist neuer Rekord! "Die Bevölkerung nimmt uns als zuverlässigen Finanzier wahr", stellte Vorstandsvorsitzender Siegfried Wölki fest. Einen wachsend hohen Anteil von mittlerweile 46 Millionen Euro haben im Bereich "Wohnungsbau" übrigens Renovierungen, energetische Sanierungen sowie Installation von Photovoltaikanlagen.

Überschattet wurde das zurückliegende Geschäftsjahr von gleich zwei Banküberfällen; betroffen waren die Filialen in Schney und Ebensfeld. Siegfried Wölki und seine Vorstandskollegen Roland Vogel und Martin Faber kündigten deshalb an, 2013 noch mehr in Sicherheitsmaßnahmen zu investieren.

Alle 39 Filialen bleiben erhalten

Außerdem könnte es zu Konsequenzen kommen, was die Ausstattung einzelner Filialstandorte betrifft. Konkret: "Wir müssen uns unter dem Sicherheitsaspekt die Frage stellen, wo wir wie am sinnvollsten Bargeld bereithalten", erklärte Wölki. Zwar werde man an allen derzeit 39 Standorten festhalten. Denkbar sei aber, dass die eine oder andere kleinere Filiale vielleicht in eine reine Selbstbedienungsfiliale umgewandelt wird; oder aber es gibt eine Kombination, in der es zwar in der Filiale noch Service- und Beratungspersonal gibt, Bargeld aber nur über den Automaten erhältlich ist.

Die Ausstattung bestimmter Filialen spielt für immer mehr Kunden aber ohnehin nur noch eine untergeordnete Rolle. So nimmt auch bei der Sparkasse Coburg-Lichtenfels das Online--Banking rasant zu. 2011 waren auf der entsprechenden Internetseite bereits 3,3 Millionen Klicks registriert worden - 2012 waren es 5,6 Millionen. Beliebt ist auch das Telefon-Banking, wo es zumindest noch ein bisschen persönlichen Kontakt gibt: Rund 300   000 Anrufe wurden im vergangenen Jahr gezählt, wobei es Siegfried Wölki wichtig ist, dass der Kontakt nicht über irgendein fernes Call-Center erfolgt, sondern über die Servicezentrale in Lichtenfels.

Insgesamt zählt die Sparkasse Coburg-Lichtenfels aktuell 89   500 Kunden. "Und gegen den Trend in Oberfranken wachsen wir auch bei den Girokonten", so Siegfried Wölki, der schließlich das Fazit zog: "Wir sind sehr zufrieden und sehr optimistisch." Er warnte aber auch vor falschen Weichenstellungen in der Euro-Politik. So dürfe das System der Sparkassen- und Raiffeisenbanken keinesfalls ausgehöhlt werden. "Banken der Region" hätten sich bewährt.


HINTERGRUND


Kennzahlen 2012 Die Bilanzsumme der Sparkasse Coburg-Lichtenfels beträgt 2,27 Milliarden Euro (2011: 2,25 Milliarden). Der Bilanzgewinn stieg von 2,7 auf 3,0 Millionen Euro, das Eigenkapital betrug 165 Millionen Euro (2011: 120 Millionen). Die Kundeneinlagen beliefen sich auf 1,87 Milliarden Euro (2011: 1,85 Milliarden), der Kreditbestand wuchs von 1, 29 auf 1,35 Milliarden Euro.

Mitarbeiter Zum Stichtag 31. Dezember 2012 waren bei der Sparkasse Coburg-Lichtenfels zwölf Mitarbeiter weniger beschäftigt als im Vorjahr, und zwar 699. Interessant: Mehr als ein Drittel (36,7 Prozent) arbeitet in Teilzeit. "Wir wollen ein familienfreundliches Unternehmen sein", betont Siegfried Wölki, weshalb viele flexible Arbeitszeitmodelle angeboten werden. 2012 erhielt man auch als erstes regionales Kreditinstitut im Geschäftsgebiet das Zertifikat zum Audit "Beruf und Familie". Auch die Zahl der Auszubildenden ist 2012 wieder gestiegen und liegt derzeit bei 42 (2011: 34).

Förderer Mit mehr als 495   000 Euro unterstützte die Sparkasse Coburg-Lichtenfels 2012 Jahr diverse Aktivitäten in der Region; etwa 25 Prozent aller Mittel kamen Kindern und Jugendlichen zu Gute.

Steuerzahler Die Sparkasse Coburg-Lichtenfels bezahlte im vergangenen Jahr rund 5,1 Millionen Euro an Steuern (Körperschafts- und Gewerbesteuer), das sind noch einmal 27 Prozent mehr als 2011.