Gesundheitsgefahr: Blaualgen-Warnung für Goldbergsee bei Coburg
Autor: Moritz Kircher
Coburg, Donnerstag, 23. Juli 2026
In einem beliebten See in Oberfranken haben sich Blaualgen ausgebreitet. Die Behörden warnen. Aber was macht Blaualgen - die gar keine Algen sind - so gefährlich für Mensch und Tier?
In der Region Coburg schätzt man den See als beliebtes Ausflugsziel. Doch jetzt warnen die Behörden vor dem Wasser. Aktuell breiten sich Blaualgen aus. Fotos in sozialen Medien zeigen das Gewässer mit niedrigem Wasserstand. An den ausgetrockneten Rändern schimmert es strahlend blau.
Der Goldbergsee bei Coburg wurde ursprünglich als Stausee und Regenrückhalt angelegt. Über die Zeit hat sich der rund 145 Hektar große See zum Naherholungsgebiet gemausert. Ein Badesee ist er offiziell nicht, was aber einige auf der Suche nach Abkühlung nicht davon abhält, ins Wasser zu steigen. Auch Hunde baden gerne mal im Goldbergsee.
Im Goldbergsee haben sich Blaualgen aktuell massiv ausgebreitet
Davon ist aber aktuell dringend abzuraten, sagt Hans Joachim Rost vom Wasserwirtschaftsamt in Kronach. Seine Behörde ist für den Goldbergsee zuständig. Er bestätigt, was in sozialen Medien die Runde macht: Im Goldbergsee haben sich Blaualgen massiv ausgebreitet. Dabei ist der Name Blaualgen umgangssprachlich - und eigentlich falsch. Denn Blaualgen sind gar keine Algen, sondern Bakterien.
Seebesucher melden, dass dort aktuell mit Schildern vor den Blaualgen und dem Betreten des Wassers für Mensch und Tier gewarnt wird. Für den Sprecher des Wasserwirtschaftsamtes ist das beinahe schon Routine. Jahr für Jahr breiteten sich ab einer bestimmten Zeit im Sommer Blaualgen aus. Dazu komme es durch ein gewisses Maß an Nährstoffen, die von außen in den See eingetragen werden, kombiniert mit starker Sonneneinstrahlung und hohen Wassertemperaturen. "Dann vermehren sich die Blaualgen sehr schnell", sagt der Experte.
Die Hitzewelle bis vor wenigen Tagen war ideal für die Bakterien. Und das nicht nur am Goldbergsee, wie Rost betont. An vielen Seen in Franken kenne man das Problem. In der eher wasserarmen Region seien Blaualgen viel stärker verbreitet als beispielsweise im regenreicheren Süden Bayerns. Wenn die Zuflüsse dünner werden, dann steht das Wasser in den Seen - ideal für die Vermehrung der Organismen. So auch an einem beliebten See in Nürnberg.
Warnungen am Goldbergsee wahrscheinlich noch mehrere Wochen
Eine Herausforderung sei, zu verhindern, dass die Seen dann komplett umkippen. Diese Gefahr bestehe, wenn die Blaualgen nach massenhafter Vermehrung bei einem Wetterumschwung ebenso massenhaft wieder absterben. Ein Umkippen des Goldbergsees "konnten wir zum Glück bisher immer verhindern", so der Baudirektor vom Wasserwirtschaftsamt. Er geht aber davon aus, dass die Warnung vor dem Betreten des Goldbergsees noch für mehrere Wochen aufrechterhalten werden müsse.
Aber was macht Blaualgen eigentlich so gefährlich? Bei Mensch und Tier komme es zu Übelkeit und Erbrechen, wenn man Blaualgen schlucke, sagt Rost. Blaualgen sind sogenannte Cyanobakterien. Diese produzieren Toxine - also giftige Stoffe, erklärt Hans Joachim Rost.