Das Ehepaar Bräuning aus Coburg flaniert am Samstagnachmittag durch den Kurpark entlang der Marktstände, um regionale Spezialitäten zu kosten. Während sich Beate Bräuning für Kuchen vom Blech interessiert, probiert Günther Bräuning einen kräftigen Schluck des Zweiländer-Suds der Initiative Rodachtal. "Schmeckt ein bisschen rauchig, fast wie das Bamberger Schlenkerla", lautet das Urteil des Bierkenners.
Karin Pyka und Doris Gierl machen es sich in den Klappstühlen bequem bei einem Märzenbier. "Auch den Schnaps haben wir schon gekostet", verraten die Coburgerinnen und lachen dabei.
Drei Tage lang steht der Kurpark in Bad Rodach ganz im Zeichen der Genusstage des Coburger Landes. Direktvermarkter, Bäcker, Metzger, Imker stellen ihre Erzeugnisse vor.
Gastronomen verwöhnen mit fränkischen Spezialitäten wie Klöße und Braten oder Bratwurst, dazu schmecke die Biervielfalt der regionalen Brauereien.


Zugunsten der Brauhäuser

Anita Heinkel von der Initiative Rodachtal verkauft den Zweiländer-Sud im Viererpack. Es handele sich um ein hochwertiges helles Bier, erklärt sie. "16 Cent kommen dem Erhalt der Brauhäuser innerhalb der Initiative zugute."
Nebenan ist Heidi Müller vom Regionalmanagement Coburg Stadt und Land. Obwohl am Samstagnachmittag viele Stühle leer bleiben, ist sie zufrieden. "Gestern Abend waren viele Besucher da. Im Laufe des Nachmittags hat sich der Platz gefüllt und es war richtig was los mit toller Stimmung."
Elf Produzenten, zwei Gastronomen, fünf Brauereien seien bei den fünften Genusstagen vor Ort, um die regionale Vielfalt zu präsentieren. Heidi Müller zeigt ein Auswahl, sie verkauft Geschenkkörbe in verschiedenen Größen zu unterschiedlichen Preisen von 10 Euro bis 35 Euro, die gefüllt sind mit fränkischen Spezialitäten wie Quittengelee, Johannisbeerkonfitüre oder Produkten aus Obst und Früchten aus heimischen Streuobstwiesen, Wurst aus regionalen Metzgereien, Nudeln und Bier.
Das Ziel der Genusstage, sagt Müller, sei es die regionale Produktpalette den Verbraucher näher zu bringen. "Wir möchten für die regionalen Produkte sensibilisieren, denn viele wissen ja gar nicht, was es in der Region alles gibt." Mit dieser Einschätzung liegt sie richtig, denn für die Besucher gibt es beim Markttreiben viel zu entdecken, zu kosten und zu kaufen. Hobby-Imkerin Angelika Genßler bietet beispielsweise Bad Rodacher Bienenhonig an.
Agnes Stark aus Seßlach kauft bei "BioBenni" , der im Ahorner Gemeindeteil Witzmannsberg seinen Landen betreibt, Gemüse aus dem Demeter-zertifizierten Anbau und fragt nach Brot. Ihr Motiv für den Besuch ist ganz klar: "Ich möchte die fränkischen Köstlichkeiten genießen und die regionale Anbieter unterstützen."


Linsen als Besonderheit

In der Bude nebenan stellt Nora Wölfert ihren Erlebnis-Bauernhof in Ahlstadt vor. In diesem würden auch Führungen und Programme angeboten, sagte sie. Eine regionale Besonderheit sind schwarzen Linsen, die Wölferts auf den "Langen Bergen" in Meeder anbauen und die in Naturkostläden und bei den Genusstagen verkauft werden.
Bester Laune trotz des trüben Wetters ist Ursula Vondran von der Fischzucht im Coburger Stadtteil Seidmannsdorf. "Heute ist vermutlich wegen des Wetters weniger los, aber die Stimmung und das Ambiente sind wunderschön." Während die Erwachsenen das kulinarische Angebot genießen, toben sich die Kleinen auf der Hüpfburg oder beim Bungeejumping aus. Live Musik, ob zünftige Blasmusik, Schlager, Rock oder Soul sorgten drei Tage lang für Stimmung im Kurpark. Außerdem gab es: Führungen durch die Therme Natur oder die Altstadt und Kräuterwanderungen sowie Vorführungen vom Fasspichen.