Der Biotopflegeeinsatz des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) am Krumbacher Teich fand zum Schutz von Teichmuschel und Bitterling statt. Jürgen Niedt hatte diesen Einsatz mit Roland Kirchner organisiert.

Der Teich hatte durch die vergangenen niederschlagsarmen Jahre sehr gelitten und große Teile waren ausgetrocknet. Dadurch hatte sich eine ausufernde Rohrkolbenflur breit gemacht, die schon rund Dreiviertel der Teichfläche bedeckt. Eine vierköpfe Gruppe der im Aufbau befindlichen AG Biotoppflege mähte nun eine Probefläche frei. Hier soll getestet werden, ob ein Wiederaustrieb des Rohrkolbens unterdrückt wird, wenn die abgeschnittenen Stümpfe unter Wasser stehen. Das Schnittgut wurde auf Haufen am Teichrand abgelagert, wo es verrotten und als Eiablageplatz für Ringelnatter und Unterschlupf für Kleintiere dienen kann.

Ein Grund für die Austrocknung war die unzureichende Wasserversorgung aus dem Krumbach, weil das Bachbett zu tief lag. Durch einen kleinen Bachanstau fließt nun wieder Wasser durch das Einleitungsrohr in den Teich.

Auch ein zweiter Mangel wurde behoben. Der Teichexperte Kai Schwämmlein entdeckte einen unscheinbaren, aber kontinuierlichen Wasserabfluss im Mönch. Es gelang ihm, den Mönch mit einer neuen Bretterlage wieder erfolgreich abzudichten, so dass einem erfolgreichen Anstau nichts mehr im Wege steht. Die LBV-Kreisgruppe hofft nun, dass wieder mehr offene Wasserfläche und mehr Lebensraum für die Teichbewohner entstehen.

Der Krumbacher Teich ist vom LBV für Naturschutzzwecke von der Stadt Seßlach langfristig gepachtet und im Vertragsnaturschutzprogramm ohne fischereiwirtschaftliche Nutzung angemeldet, teilt die LBV-Geschäftsstelle in Dörfles-Esbach mit. Das Gewässer stellt ein bedeutendes Fortpflanzungsgebiet für Amphibien dar, insbesondere für die zahlreichen Erdkröten, die jedes Frühjahr am Fangzaun an der benachbarten Kreisstraße nach Seßlach abgefangen und zu ihrem Laichplatz transportiert werden. Besonders bedeutsam sind die Vorkommen von Teichmuschel und dem Bitterling. Mit letzterem ist nicht der namensgleiche Pilz gemeint, sondern ein in Bayern stark gefährdeter Kleinfisch.

Eine Symbiose

Er und die Teichmuschel gehen bei der Vermehrung eine Symbiose ein und sind aufeinander angewiesen. Ohne Teichmuscheln gäbe es keine Bitterlinge. Denn der ehemalige Fisch des Jahres 2008 legt seine Eier in die Muschel, die dann quasi als geschützte Kinderstube dient. Umgekehrt entwickeln sich die Larven der Teichmuschel in den Fischkiemen und werden so verbreitet.