Auch am kommenden Montag, 31. Januar, wollen in Coburg erneut Gegner der Corona-Maßnahmen auf die Straße gehen. Entsprechende Planungen würden in den sozialen Medien bereits laufen, wie die Stadt Coburg in Erfahrung gebracht hat.

Während die Teilnehmer wohl wieder von einem "Spaziergang" reden dürften, handelt es sich nach Ansicht der Stadt um eine "unangemeldete Demonstration".

Corona-Spaziergänger in Coburg müssen sich an "Spielregeln" halten

Damit die Teilnehmer sich aber zumindest an ein paar "Spielregeln" halten, wie es auch die Teilnehmer von angemeldeten Demonstrationen tun müssen, hat die Stadt Coburg erneut zum nunmehr zweiten Mal eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen. Sie gilt ausschließlich für den kommenden Montag im Zeitraum von 17 bis 20 Uhr, und ist beschränkt auf einen größeren Innenstadt-Bereich.

Wichtigster Bestandteil der Allgemeinverfügung ist - wie schon bei der ersten Allgemeinverfügung, die für den Montag dieser Woche erlassen worden war - die Pflicht zum Tragen einer FFP-2-Maske; Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren müssen eine medizinische Maske tragen.

Außerdem enthält die Allgemeinverfügung etliche Regelungen, wie sie auch bei sonstigen Demonstrationen üblich sind. So ist etwa das Mitführen von Hunden oder Glasflaschen.

Demo am Montag in Coburg: Kann die Polizei die Maskenpflicht durchsetzen?

Die spannendste Frage wird am kommenden Montag aber sein: Ist die Polizei diesmal in der Lage, die Allgemeinverfügung und ganz konkret die Maskenpflicht durchzusetzen? Denn am Montag dieser Woche, als erstmals eine Maskenpflicht galt, war ja plötzlich viel zu wenig Personal vorhanden, weil eine Abordnung der Bereitschaftspolizei Bamberg kurzfristig von Coburg wieder abgezogen und zu einem anderen Einsatzort geschickt worden war.

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) hatte daraufhin angekündigt, sich sowohl mit dem Polizeipräsidium Oberfranken als auch dem Präsidium der Bereitschaftspolizei sowie sogar dem bayerischen Innenminister in Verbindung zu setzen. Er wolle um eine "verbindliche Unterstützung der Coburger Polizeikräfte" bitten.

Auf die Frage, ob dieses Vorhaben inzwischen von Erfolg gekrönt war, sagte Stadtsprecher Louay Yassin am Donnerstag: "Die Polizei hat zugesichert, dass sie sich um genügend Kräfte bemühen wird." Verbindliche Zusagen habe es allerdings nicht gegeben. Und die sind wohl auch gar nicht möglich. Denn der Sprecher der Coburger Polizei, Stefan Probst, hatte bereits bei der Analyse des vergangenen Montags davon gesprochen, dass "die Lage" immer wieder neu bewertet werden müsse und dass sich daraus dann auch gegebenenfalls andere Prioritäten ergeben.

Kurzum: Mit kurzfristigen Verschiebungen innerhalb der Personaleinteilung in ganz Oberfranken muss immer gerechnet werden - erst recht, wenn es am kommenden Montag eben nicht nur in Coburg wieder einen "Spaziergang" gibt, sondern auch in Bamberg, Bayreuth und anderswo.