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Frühjahrsmahd im Kreis Coburg: So schützt man Rehkitze am besten


Autor: Redaktion

Coburg, Dienstag, 12. Mai 2026

Das Landratsamt Coburg informiert: So schützen Landwirte und Jäger Rehkitze bei der Mahd. Drohnen und Vergrämung helfen, Wildtiere zu retten.


In der Zeit von Anfang Mai bis Ende Juni trifft die erste Mahd der Landwirte mit der sogenannten Setzzeit des Rehwildes zusammen. Ein Großteil der Kitze wird auf Grünland- und Feldfutterbauflächen gesetzt. Hier finden die geruchlosen Jungtiere Schutz vor natürlichen Fressfeinden wie beispielsweise dem Rotfuchs, denn die Kitze ducken sich in den ersten sechs bis acht Lebenswochen bei Gefahr bewegungslos auf den Boden anstatt zu flüchten. Vor ihren natürlichen Feinden sind die frisch gesetzten Kitze auf diese Art effektiv geschützt – die Frühjahrsmahd der Landwirte wird jedoch oft zur tödlichen Falle, da die Tiere auch vor den scharfen Schneidmessern der Mähwerke nicht die Flucht ergreifen.

Die Zeit im Mai und Juni steht damit im Fokus der Bemühungen von Jägern, Landwirten und Naturschützern um eine Reduktion getöteter Wildtiere bei den Mäharbeiten im ersten und meist auch zweiten Schnitt.

Das Landratsamt Coburg informiert daher über die Möglichkeiten der Rehkitzrettung. So ist der Bewirtschafter einer Fläche nach dem Tierschutzgesetz dazu verpflichtet, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, wenn er mit dem Tod oder der Verletzung von Rehkitzen oder anderen Wirbeltieren (Hasen, Füchsen, brütenden Vögeln) rechnen muss. Die Untere Jagdbehörde am Landratsamt Coburg empfiehlt daher, vor der Mahd mit dem zuständigen Jagdpächter in Kontakt zu treten.

 

"Um die frisch gesetzten Kitze zu schützen, kommt es vor allem auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Jägern und eine genaue Abstimmung über den Zeitpunkt der Mahd an", sagt Timo Sommerluksch, Fachbereichsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Die meisten Jäger würden jedoch gerne bei der Kitzrettung helfen. Auch ehrenamtliche Naturschützer stehen für eine nötige Unterstützung bereit.

Als Hilfsmittel bewährt hat sich der Einsatz von Drohnen, die mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet ist. Damit kann die Fläche vor der Mahd abgesucht werden. Im günstigsten Fall erfolgt die Drohnensuche unmittelbar vor der Mahd, um zu verhindern, dass das Rehwild in der Zeit zwischen Drohnensuche und Mahd wieder in die Fläche einzieht. Alternativ können die Kitze während der Mäharbeiten in einer kleinen Box im Schatten "geparkt" werden.

Im Idealfall erfolgt der Drohnenüberflug bereits in den frühen Morgenstunden, wegen des (noch) hohen Temperaturunterschiedes zwischen Tierkörper und Untergrund zu diesem Zeitpunkt. Wer keine Möglichkeit hat, mit einer Drohe zu arbeiten, sollte durch Scheuchen und andere Vergrämungsmittel versuchen, das Rehwild aufzuschrecken. Hier können Knistertüten, flatternde Bänder sowie mit akustischen und/oder visuellen Reizen ausgestattete Wildscheuchen helfen.

Auch der Lärm aus einem Kofferradio kann die Tiere beunruhigen und dazu bringen, die Kitze aus der Fläche zu führen. Idealerweise sollten diese Vergrämungsmaßnahmen bereits am Abend vor der Mahd installiert werden. Auch ein Durchkämmen der Wiese zu Fuß – mit oder ohne Hund – ist möglich, um beunruhigende Geruchsmarken zu setzen und die Ricke dazu zu bringen, den Nachwuchs über Nacht aus der Fläche zu führen.

Um auch älteren Wildtieren die Möglichkeit zu geben, während der Mahd zu flüchten, sollte darüber hinaus der sogenannte "Mähknigge" der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft eingehalten werden. Demnach sollte beispielsweise eine Wiese von der Mitte nach außen gemäht werden, um einen Fluchtkorridor für die Tiere offen zu lassen; zusätzlich wird empfohlen, stets von der Straße aus Richtung Wald oder angrenzende landwirtschaftliche Fläche zu arbeiten.

Sinnvoll ist darüber hinaus eine geringe Fahrgeschwindigkeit. Der "Mähknigge" ist einsehbar auf der Homepage der Landesanstalt unter https://www.lfl.bayern.de/maehknigge.

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung.