Es wäre eine schöne Nachricht für die Stadt: Brose ermöglicht einigen Firmen an der Dieselstraße die Verlagerung an die Bamberger Straße und übernimmt deren Flächen beim Südkreisel, um den eigenen Standort abzurunden. Dass es so kommen soll, sei ein "offenes Geheimnis in der Coburger Architekten-Landschaft", sagt ein Gesprächspartner des Tageblatts, der aber nicht namentlich genannt werden will. Andererseits ist es natürlich so, dass immer wieder Gerüchte aufkommen, Brose wolle Flächen kaufen, um erweitern zu können, und das nicht nur in Coburg. Auch in Bamberg ist davon die Rede.

Katja Herrmann, Pressesprecherin von Brose Fahrzeugteile, sagt zu möglichen Grundstückskäufen des Unternehmens in Coburg nur einen Satz: "Wir äußern uns dazu zum jetzigen Zeitpunkt nicht, weil es dazu nichts zu sagen gibt."

Das ist schon seit längerem die Sprachregelung des Coburger Unternehmens. Bereits bei einer Pressekonferenz im November hatte der Coburger Werkleiter Frank Remy lediglich gesagt, dass Brose Untersuchungen bezüglich einer weiteren Ausdehnung vornehme und sich bevorzugt in der Nachbarschaft umsehe. Schon damals war spekuliert worden, dass mit "Nachbarschaft" das Firmengelände des Kunststoffverarbeiters Ros gemeint sein könnte. Der arbeitet an seiner Verlagerung und lässt im Bereich des früheren Max-Carl-Lagerhauses und des Stahlhandels neue Fertigungsstätten errichten. Das Gelände an der Bamberger Straße soll beim Umzug komplett geräumt werden.

So, wie es jetzt aussieht, würde Brose aber nicht das Ros-Werksgelände selbst nutzen wollen, sondern es den Anrainern der Dieselstraße zur Verfügung stellen. Dort, in unmittelbarer Nähe zum Brose Werk 2, befinden sich unter anderem ein Getränkemarkt von Sagasser und ein Matratzengeschäft. Deren Flächen würden dann für Brose frei.

Dass es so geplant sei, sagt aber niemand offiziell. Zwar haben mehrere Gesprächspartner des Tageblatts von solchen Plänen gehört, aber sicher bestätigen will sie niemand. In der Stadt liegen keine Anträge für Bauvorhaben oder Ähnliches vor, sagt die zuständige Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU). Bei den Firmen, die es betreffen könnte, war am Dienstag kein Ansprechpartner zu erreichen.