Im wahrsten Sinne des Wortes brandaktuelle Maßnahmen der Brandbekämpfung zeigen die Gestungshäuser Feuerwehrleute am Samstagnachmittag in der Kronacher Straße. Im Rahmen des Festprogramms zum 150-jährigen Bestehen demonstriert die Gestungshäuser Feuerwehr bei einer Schauübung im Scheunenanwesen Faber, wie sie bei einem Einsatz vorgeht.

Unterstützung finden die aktuell 25 Aktiven (von 102 registrierten Mitgliedern) durch Ausrüstung und freiwillige Einsatzkräfte aus der Stammgemeinde Sonnefeld sowie Hassenberg, Hofsteinach, Neuses am Brand und Wörlsdorf. Außerdem kommt die Gemeinschaftsdrehleiter aus Ebersdorf zum Einsatz.

"Nachweislich tapfere Männer"

Obwohl das bis Ende 1971 selbstständige Gestungshausen in der Gemeindechronik bereits 1122 erste urkundliche Erwähnung findet, reichen die Aufzeichnungen für eine organisierte
Feuerwehr "nur" bis ins Jahr 1864 zurück. Dem Jahr, in dem sich "nachweislich tapfere Männer zusammenfanden, die unter mancherlei Entbehrungen und Einsatz ihres Lebens und ihrer Gesundheit bereit waren, Hab und Gut ihrer Mitmenschen zu schützen". Getreu dem heute nicht minder aktuellen Wahlspruch "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr".

Leider - da sind sich Kommandant Marco Gottschalk und Vereinsvorsitzender Stefan Gebert einig - lasse der Idealismus unter den gegenwärtig rund 650 Einwohnern in der heutigen Zeit zu wünschen übrig. Sei es aus beruflichen Gründen, wegen vielfältiger gewordener Ablenkungen, konkurrierender Vereinsangebote, moderner Medien oder einfach aus Bequemlichkeit. "Die Anforderungen an die Wehr sind gestiegen. Die intensivere Ausbildung nimmt deutlich mehr (Frei-)Zeit in Anspruch", stellt das ehrenamtliche Führungsduo fest.

Hoffnungen der Führung ruhen auf dem Fest

Trotzdem fühle sich die Wehr über Sonnenwendfeuer, Faschingsball und Kinderfasching mit der Bevölkerung verbunden, sagen Gottschalk und Gebert. Von den bevorstehenden Jubiläumstagen und einer Schau historischer Fahrzeuge versprechen sich die Führungskräfte einen personellen Schub, um Feuerschutz und technische Hilfe durch Gestungshäuser Einwohner weiterhin sicherstellen zu können. "Unser Appell geht an die Jugend, junge Männer und Frauen, sich der guten Sache anzuschließen und Feuerwehrdienst zu leisten", lautet ihre Wunschbotschaft zum Vereinsjubiläum.

Fugmanns Nachwuchsarbeit

Zwei Jahrzehnte lang hat sich das heutige Ehrenmitglied Klaus Fugmann mit Hingabe und erfolgreich der Nachwuchsarbeit gewidmet und dafür höchste Auszeichnungen in Empfang genommen.
Bis zu 20 Jungen und Mädchen scharte er um sich, um sie in die Geheimnisse des Löschwesens einzuführen, den Umgang mit Ausrüstungsgegenständen zu üben, aber auch Gemeinschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Heute zählt die Jubiläumswehr nur noch zwei Anwärter.

"Fugis" Museum öffnet Tore

Klaus Fugmann hat sich durch die Schaffung von "Fugis Feuerwehrmuseum" weitere bleibende Verdienste erworben. Mit einem Teil seiner gesammelten Spezialfahrzeuge und Löschutensilien wird er in seiner immer noch gerne getragenen Uniform am Festsonntag die historische Geräteschau im Bereich der Sport- und Festhalle auf dem Sportplatz bereichern. Die Historie ausgestellter Fahrzeuge reicht von der vor sieben Jahrzehnten angeschafften Oldtimer-Pendelpumpe "Dodge" bis zum seit 2012 in der Stammgemeinde eingesetzten Fahrzeug HLF 20.

Zur "Demonstration im blauen Rock" soll nach dem Willen der Organisatoren der große Festumzug am Sonntag werden. Aus dem Steinachtal und dem benachbarten Landkreis Kronach werden Abordnungen von 40 Gastwehren im Sonnefelder Gemeindeteil erwartet.

Ein Zug mit 50 Gruppen

Zusammen mit den Ortsvereinen nehmen rund 50 Gruppen auf dem (neuen) Sportplatz am Sportzentrum Aufstellung. 1964, zum 100. Jubiläum, hat dafür der heute "alte Sportplatz" in der Ortsmitte neben dem Sanitätsheim ausgereicht. Schirmherr des Festes ist Landrat Michael Busch (SPD).

Vorstand des Feuerwehrvereins Vorsitzender Stefan Gebert, stellvertretender Vorsitzender Michael Knauer, Vergnügungswartin Christel Lange, Kassenverwalter Thomas Knauer und Schriftführer Klaus Wittmann

Festausschuss Reiner Kestel, Jürgen Heider, Michael Schedelbeck, Marco Gottschalk und Klaus Fugmann

Ehrendamen Laura Byzcok, Anna-Lena Dötschel, Sarah Radtke, Sandra Birnstiel, Sarah Vorndran, Franziska Jarausch, Sina Gottschalk, Luisa Schedelbeck und Alisa Hartan

Programmfolge
Samstag, 24. Mai, 14 Uhr: Schauübung im Ortskern; anschließend Übungsbesprechung in der Festhalle; 19.30 Uhr: Comedyabend mit Klaus Karl-Kraus in der Sporthalle; anschließend musikalische
Aftershowparty mit den "Zipflklatschern"
Sonntag, 25. Mai, 9.30 Uhr: Festgottesdienst in der Halle; Weißwurstfrühstück mit musikalischer Umrahmung; 14 Uhr: Start des Festumzug mit historischen Geräten; danach Stimmungsmusik mit den "Leutenbacher Musikanten"; Historische Geräteschau; 18 Uhr Verlosung der Festpreise