Im Callenberger Forst wurden am Wochenende massenweise Weihnachtsbäume geschlagen. Das Besondere daran: die Käufer durften ihre Bäume vor Ort selbst aussuchen und beim Fällen zusehen. Die im Handel angebotenen Bäume haben nämlich häufig weite Wege hinter sich. Oft werden sie aus Dänemark geliefert, wo sie schon im Oktober gefällt und anschließend in Kühlhäusern zwischengelagert werden. Dagegen stehen die frischgeschlagenen Nordmanntannen und Blaufichten aus heimischen Wäldern.

"Viele Familien wollen das auch einfach haben. Sie wollen mit den Kindern zusammen den Baum aussuchen und schlagen lassen", sagte Forsttechniker Christoph Schießer, der das Revier leitet. Wegen des Tauwetters musste er am Wochenende umdisponieren. Der ursprünglich geplante Verkauf am Trimm-dich-Pfad mitten im Wald konnte aus verkehrs- und sicherheitstechnischen Gründen nicht stattfinden.
Schon am Freitag war den Forstarbeitern im Wald ein Schneepflug vom Weg gerutscht, den sie erst mithilfe einer Seilwinde wieder bergen konnten. Wenn die Christbaumkäufer mit ihren Autos tief in den Wald gefahren wären, hätte das wohl im Chaos geendet. Daher wurde der Verkauf auf den Parkplatz unterhalb vom Schloss velegt. Bei Glühwein, Punsch, Bratwurst und Wildspezialitäten wurden die Bäume dort in die Netze gepackt.

"An guten Wochenenden haben wir hier zwischen 1000 und 1500 Weihnachtsbäume verkauft. Ich fürchte, wir werden in diesem Jahr die Nachfrage nicht ganz befriedigen können", sagte Schießer am Samstag. Schlechte Wegverhältnisse und triefend nasse Handschuhe bedeuten eben letztlich weniger geschlagene Bäume.

Für den Anbau von Weihnachtsbäumen eigne sich der Callenberger Forst ideal. Aufgrund der Hochspannungsleitung, die den Wald quert, dürfe in dieser Schneise aus Sicherheitsgründen nichts höher wachsen als drei Meter. Da lag es nahe, die entsprechenden Flächen zu roden und mit Blaufichten und Nordmanntannen zu bepflanzen, erläutert Christoph Schießer. Seit 1996 arbeitet er in dem Revier. Bezahlt wurden die Christbäume bei Erbprinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha und dessen Frau Kelly persönlich. Das Paar hat in diesem Advent selbst zwei Christbäume aufgestellt: Im Eingangsbereich steht eine Blaufichte und im Wohnzimmer eine knapp drei Meter große Nordmanntanne. Gefeiert wird in diesem Jahr allerdings nicht in Coburg, sondern in den USA bei Prinzessin Kellys Familie.

In den letzten Jahren konnte der Christbaumverkauf wegen zu geringer Bestände nicht angeboten werden. Dies soll sich nun wieder ändern: "Es soll jetzt jedes Jahr wieder stattfinden, das ist uns wichtig", betonte Erbprinz Hubertus.