140 Kunst- und Kulturprojekte in ganz Bayern fördert der Freistaat mit über 6,5 Millionen Euro aus dem Kulturfonds. Der Bayerische Landtag hat dem Vorschlag von Kunstminister Bernd Sibler zu rund 60 Projekten zugestimmt. Ahorn hat, nach langjährigen Vorarbeiten und umfangreichen Anträgen für den Bau des Zentraldepots am Gerätemuseum "Alte Schäferei" eine Förderung in der Höchstsumme von insgesamt einer Million Euro erhalten. Die Finanzmittel teilen sich auf die Haushaltsjahre 2019 und 2020 auf, teilt die Gemeinde Ahorn mit.

Mit den nun zugesagten Fördergeldern könne die Finanzierung des mit mehr als 4,2 Millionen Euro veranschlagten Projektes als gesichert angesehen werden, heißt es weiter. "Ein großer Tag für Ahorn und die gesamte Region nach Jahren der harten Arbeit", sagt Bürgermeister Martin Finzel dazu. Der Dank der Gemeinde Ahorn gelte den vielen Mitarbeitern aus Ämtern und Ministerien in ganz Bayern, aber auch den Partnern vor Ort, wie Ahorns Ehrenbürger Michael Stoschek, die sich seit Jahren für die Entwicklung des Gerätemuseums in Ahorn stark machten.

Mehrere Zuschussgeber

Die Baukosten werden aus unterschiedlichen Fördertöpfen in einer Gesamthöhe von mehr als 3,68 Millionen Euro finanziert. Dies entspricht einer Quote von nahezu 90 Prozent. Außer der einen Million Euro vom Kulturfonds Bayerns sind folgende Finanzmittel sind fest zugesagt: vom Europäische Gelder Städtebau (EFRE) 2 093 296,40 Euro, von der Oberfrankenstiftung 507 797,49 Euro und von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen 84 552,00 Euro. Den Eigenanteil teilen sich die Gemeinde Ahorn und der Förderverein Gerätemuseum "Alte Schäferei".

Herzstück jedes Museums ist die Sammlung. In Ahorn beinhaltet dies eine Mischung aus volkskundlichen Stücken der Alltagskultur der "einfachen" Menschen der Region, zum Beispiel Betten, Schränke, erste Maschinen, eine landwirtschaftliche Sammlung und Gegenstände der Industriekultur. Besonders hervorzuheben sind aber auch eine Trachtensammlung und das überregionale Schäfereiarchiv. In Summe wurden von den Vätern des Museums mehr als 60 000 Gegenstände gesammelt. Diese zu erfassen, zu bewerten und sich auch von einem Teil der der Sammlung wieder zu trennen, ist Inhalt eines seit dem Jahr 2011 dauerten Vorprojektes.

Scheunen taugen nicht

Waren früher Depots schlichte Scheunen, so musste man feststellen, dass viele Sammlungsgegenstände durch die schlechten Lagerbedingungen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Schädlingsbefall und Rost sind nur einige der Ursachen für den dringlichen Handlungsbedarf, um die Sammlung, und damit auch das Ahorner Museum, im Kern zu erhalten. "In Ahorn soll aber nicht nur ein Speicher entstehen", erklärt Bürgermeister Martin Finzel, "sondern auch ein Ort zum wissenschaftlichen Arbeiten an der Sammlung." Museum und Sammlung sollen zukünftig eine Einheit bilden. Daher wird das neue Gebäude in direkter Nähe auf dem Grundstück oberhalb des Parkplatzes errichtet werden. Dazu bleibt das alte Wohnhaus bestehen. Der Neubau wird auf Höhe der halb verfallenen Scheune entstehen und sich Richtung Osten als "Erdbauwerk" in den Hang graben. Nach Vorgaben des Denkmalschutzes wurde diese Variante gewählt, um das bestehende Ensemble möglichst wenig zu stören. Ein Höhenversatz von acht Metern begünstigt dies. Praktisch wird der eigentliche Depotbau nach Fertigstellung zu großen Teilen mit Erde bedeckt, eingegrünt und nicht mehr zu sehen sein, geht aus der Pressemitteilung hervor.

Welchen Vorteil hat der Bau für Ahorn und das Museum? "Langfristig gute Bedingungen für das Museum und die Sammlung sichern den Erhalt unserer ,Alten Schäferei‘ für die gesamte Region", so Bürgermeister Martin Finzel. Die Arbeit mit der Sammlung werde einfacher, und auch die kürzeren Wege schafften zeitliche und finanzielle Vorteile.