Wie geht's weiter mit den Planungen für einen neuen Flugplatz bei Neida? Schwer zu sagen. Aber vielleicht ist ja schon die Frage falsch. Vielleicht muss es heißen: Geht es überhaupt weiter mit den Planungen für einen neuen Flugplatz bei Neida?

Derzeit spricht sehr vieles dafür, dass die Antwort "Nein" lautet. Es haben sich mittlerweile ganz einfach schon so viele Hürden aufgetürmt, dass es kaum vorstellbar ist, dieses Projekt an diesem Standort noch in einem auch nur annähernd überschaubaren Zeitkorridor realisiert zu bekommen. Die Höhenzüge des angrenzenden Callenberger Forstes sind nun mal da, ebenso das benachbarte Vogelschutzgebiet in den Glender Wiesen.

Was also tun? Die Uhr tickt: Ende 2019 läuft die Ausnahmegenehmigung aus; und nur dank derer ist derzeit noch Instrumentenflug auf der Brandensteinsebene möglich. Zur Erinnerung: Diese Ausnahmegenehmigung für Coburgs vorhandenen Verkehrslandeplatz wurde 2010 vom Bundesverkehrsministerium lediglich unter einer Bedingung ein weiteres Mal verlängert: dass man sich in Coburg "bemüht", einen "richtlinienkonformen Verkehrslandeplatz" herzustellen. Und weil dies auf der Brandensteinsebene technisch nicht möglich ist, hat sich die eigens gebildete Projektgesellschaft um einen Neubau bei Neida "bemüht". Der Projektgesellschaft gehören die Stadt Coburg, der Aero-Club, die IHK sowie mehrere Firmen und weitere Kommunen an.

"Bemüht" ist in diesem Zusammenhang wirklich eine sehr treffende Formulierung. Sie erinnert an Zeugnisse, die man den Eltern lieber nicht so gerne gezeigt hat: "Ja, der Schüler hat sich bemüht - aber er hat es letztlich nicht hinbekommen." Gut möglich, dass den Verantwortlichen der Projektgesellschaft schon bald ein ganz ähnliches Zeugnis ausgestellt wird.

Hinter den Kulissen wird deshalb schon längst an einem "Plan B" gebastelt. Schließlich soll ja dem Ministerium gezeigt werden können, dass man sich auch weiterhin um einen richtlinienkonformen Verkehrslandeplatz "bemüht". Das interne, kurzfristige Ziel heißt: die Ausnahmegenehmigung für die Brandensteinsebene noch einmal verlängert bekommen. Das offizielle, mittelfristige Ziel lautet: ein neuer Flugplatz muss her! Aber wo?

Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu hören, dass das Areal "Ulrichstock" bei Gossenberg im Itzgrund plötzlich wieder sehr heiß gehandelt wird. Als 2006/2007 erstmals nach einem Flugplatz-Standort gesucht wurde, war dieses Gelände ebenfalls ihn die engere Auswahl gekommen - doch am Ende machte Neida das Rennen.

Jetzt sollen am Ulrichstock, der in einem Dreieck zwischen Gossenberg, Krumbach und Wohlbach liegt, sogar schon Flugplatz-Planer gesichtet worden sein. Und es liegt wohl auch schon eine erste Einschätzung vor, wonach die erst kürzlich in Betrieb gegangenen Windräder bei Welsberg offenbar kein Hindernis für einen in der Nähe neu zu bauenden Verkehrslandeplatz wären. Das kann immerhin als "Bemühung" gewertet werden, Fehler, die bei Neida gemacht wurden, nicht zu wiederholen - die Hügel und die Vögel in der Nachbarschaft lassen grüßen.

Ob dieser "Plan B" eines Tages zum Ziel führen wird, bleibt abzuwarten. Denn es gibt heutzutage eigentlich gar keine Standorte mehr, an denen derartige Großprojekte noch einfach und ohne Hürden zu realisieren wären. Die Menschen in den umliegenden Orten sollten wachsam sein - und schauen, was bei diesen möglichen, neuerlichen "Bemühungen" herauskommt.