Die Jugendgruppe des Bezirksfischereivereins (BFV) Coburg hat sich den Schutz der Tiere und der Gewässer auf ihre Fahnen geschrieben. Am vergangenen Samstag machten sich 21 Jugendliche und Erwachsene vom BFV Coburg und der SÜC Energie H2O GmbH und die Hunde Pax und Lani auf, um in und an der Röden aufzuräumen - und erlebten eine Überraschung.

Die Jugend des BFV Coburg haben Teile der Röden als Jugendgewässer gepachtet und sich damit zur Hege und Pflege dieses Teilabschnittes verpflichtet. Aus diesem Grund veranstalteten sie am letzten Samstag einen Frühjahrsputz an der Röden.

Zwischen Stücken von alten Gartenschläuchen, einem Markierungspylon, einem großen Stück des mundartlich besungenen Maschendrahtzauns, etlichen leere Glasflaschen, abgefahrenen Autoreifen, Teilen eines Fensterrahmens inklusive Kippvorrichtung und einem Beutel Altkleider tauchte eine grünliche Dose mit einer
Zündvorrichtung auf. Diese zog ein Jugendlicher aus dem Wasser und warf sie den anderen Teilnehmern vom Wasser aus zu. Als Bernd Neugebauer vom BFV Coburg einen genaueren Blick auf das Fundstück warf, entdeckte er den Sicherungssplint mit Zugring daran. Als er sich daraufhin entschloss, bei der Polizei in Coburg anzurufen, erhielt er als Antwort, dass für das Fundgebiet die Polizei in Neustadt zuständig sei.

Polizei reagiert recht entspannt

Auch die Neustadter Polizei erwies sich bezüglich des Fundes als relativ entspannt und meinte, Neugebauer solle die Granate bei ihnen auf der Wache vorbeibringen. Die Granate hat die Kennzeichnung HGR DM25 KM. Einer der Aktionsteilnehmer, Sergej Leontev, hatte sie auch als solche klassifiziert. Auf die Frage, wofür diese Granate diene, meinte Leontev: "Sie zünden und im Rauch ganz schnell verschwinden." Das sei bei der Armee die Funktion dieser Granate gewesen.

Glücklicherweise wurden bei den bisherigen Säuberungseinsätzen an der Röden nicht derartige Rauchbombenfunde oder ähnliches gemacht. Da muteten die anderen Dinge, die aus dem Wasser gezogen wurden, vergleichsweise ungefährlich an. Jedoch nur auf den ersten Blick. Wenn Materialien sich auflösen, setzen sie oft Farbstoffe, Öle und andere Chemikalien frei, welche die Qualität des Trinkwassers und das Leben der Tiere und Pflanzen maßgeblich negativ beeinträchtigen können.

Sogar eine Dachrinne lag im Wasser

So zog der junge Robin Brettel eine verrostete Dachrinne aus dem Wasser, Franz Pfeffer und Dominik Liesmann (zwölf Jahre) suchten den Grund der Röden nach Abfall, treibenden Plastikfolien oder Metallstücken ab. Dominik Schrimpel (16 Jahre) war aus Freude am Helfen dabei. Zurzeit ist er in den Ferien in Deutschland, ansonsten lernt er an einer Schule in England und bereitet sich dort auf sein Abitur vor.

Ganz so lange gehört Oliver Müller (45) nicht zum BFV. Er ist zuliebe seines elfjährigen Sohnes in den Bezirksfischereiverein eingetreten. Seit zwei Wochen gehört er jetzt dazu und hat extra seinen Angelschein gemacht, da sein Sohn noch zu jung ist, um alleine zu angeln. Auch Ferenc Bathyi von der SÜC (Hauptabteilungsleiter Vertrieb-Energiewirtschaft) beteiligte sich mit seinen beiden Hunden Pax und Lani an der Säuberungsaktion. Während die junge Lani teilweise wild herumtollte, alles erschnüffeln wollte und vor den Helfern gerne einfach ins Wasser sprang, hörte der reifere Pax, ein Magyar Vizsla (ungarischer drahthaariger Forsthund), auf die Apportierkommandos von Bathyi. Auch Felix Krautwurst, David Hein und Niclas Werner und die weiteren Jugendlichen beteiligten sich engagiert an der Säuberungsaktion und füllten die mitgebrachten Plastiktüten mit dem Abfall und Treibgut der Röden.

Kooperationsvertrag liegt der Reinigungsaktion zugrunde

Die SÜC stellte das Säuberungsequipment und die Transport- und Sammelgerätschaften dem BFV Coburg zur Verfügung und versorgte die engagierte Truppe auch mit Getränken und einer kleinen Brotzeit. Da auch die SÜC Energie H2O GmbH an der Sauberkeit der Röden interessiert ist, schloss sie mit dem BFV-Coburg einen Kooperationsvertrag ab. Ferenc Bátyi begrüßte die Jugendlichen und erwachsenen Helfer am Parkplatz des Bahnhofs Mönchröden. "Die Röden ist teilweise in unserem Wassergewinnungsgebiet für das Trinkwasser. Das Vorhandensein von Fischen ist für uns ein Indikator, ob mit der Wasserqualität noch alles in Ordnung ist", erklärte Bathyi. Er bedankte sich bei allen Helfern, die sich um das Wohl der Gewässer und Tiere kümmerten. BFV-Jugendleiter Maximilian Herold (SÜC) und Bernd Neugebauer teilten zwei Gruppen zur Säuberungsaktion ein.

Über eine Länge von 4,3 Kilometern, von der Heubrücke bis zur Einbergbrücke, wurde die Röden im Uferbereich und im Wasser nach Unrat abgesucht. Fast jeder Trödelhändler hätte wahrscheinlich am Samstagvormittag seine helle Freude gehabt. Allerdings muss man zugeben, dass, trotz des herrlichen Sonnenscheins und des warmen Wetters, die aus der Röden gefischten Gegenstände zur Wiederverwertung nicht mehr zu gebrauchen waren.