Es ist die "Hochzeit des Jahres", wenn Prinz Harry - der jüngste Sohn von Prinz Charles und Lady Di - am Samstag, 19. Mai, auf Schloss Windsor seiner Meghan Markle das Ja-Wort gibt. Zur großen Feier gehört auch eine große Torte; sie wird kreiert von der Konditorin Claire Ptak von der Violet Bakery in London und soll dem Vernehmen nach mehr als 50 000 Euro kosten. Deutlich billiger wären die Royals weggekommen, wenn sie die Torte im Coburger Land bestellt hätten. Zumindest haben sich die Tortendesignerin Indira Groeger aus Untersiemau und die Hummel-Manufaktur aus Rödental einfach mal Gedanken gemacht, wie sie dem Brautpaar den vielleicht schönsten Tag in ihrem Leben versüßen würden.


Mit Fleisch fing alles an

Die 32-jährige Indira Groeger, die 2013 durch die Sat-1-Fernsehshow bekannt wurde und immer wieder Preise für ihre Hochzeitstorten einheimst, hatte zunächst eine völlig andere Karriere eingeschlagen: Sie absolvierte eine Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin - Backen war lange Zeit nur Privatsache für die Familie. Nach ihrem TV-Erfolg hat sie sich selbstständig gemacht und legte vor der Handwerkskammer eine Sonderprüfung ab.

Die Hochzeitstorte für Harry und Meghan designte sie stellvertretend für alle Brautpaare, die sich trauen wollen. "Ich wollte einfach mal zeigen, was alles möglich ist", erzählt die Designerin. Als Krönung thront auf der Torte, die sie mit essbaren Rosenblüten und viel Spitze dekoriert hat, eine original Hummel-Figur aus Rödental. "Das süße Brautpaar hat mich gleich angesprochen", verrät Indira Groeger. "Die Vintage-Farben sind absolut en vogue". Außerdem hat die Hummel-Manufaktur die Figur von einer Malerin mit den Namen des Brautpaars und dem Hochzeitsdatum beschriften lassen.

"Die Hummel-Figur ,Brautpaar' ist eine sehr beliebte und wertvolle Figur im Sortiment", erläutert der technische Betriebsleiter der Manufaktur, Peter Hohenstein. "Viele unserer Figuren eignen sich für persönliche Beschriftungen, so auch unser Brautpaar." Den Coburger freut es sehr, dass eine Tortendesignerin die Figur als krönendes Element entdeckt hat. "Das ist eine tolle Idee."

Nach der mittlerweile vierten Insolvenz soll es in Rödental nun endlich wieder aufwärtsgehen: Seit Anfang des Jahres führt der Kulmbacher Verleger Bernd Förtsch das Unternehmen, das seit 83 Jahren die Figuren der Franziskanerschwester Maria Innocentia Hummel in reiner Handarbeit fertigt.


Neue Ideen am Standort Rödental

"Als Oberfranke bin ich in der Region tief verwurzelt", erklärt er. Dazu beschreitet der Unternehmer auch neue Wege: Ein umfangreiches Kundenmagazin, regelmäßige Newsletter, die Vermarktung über den Online-Handel und neue Medien wie Twitter, Instagram und Facebook beispielsweise. Außerdem legt Förtsch verstärkt Wert auf Kleinserien und streng limitierte Auflagen. "Wir wollen den Standort in Rödental erhalten", betont er.

Aber noch einmal zurück zur Torte: Passend zum pastellblauen Kleid der Braut ist die erste Etage des süßen Backwerks ebenfalls in dezentem Bleu gehalten. Spitze und kleine weiße Zuckerblüten schmücken den Kuchen, der romantisch, stilvoll und dennoch modern daherkommt.

"Mit meiner Torte möchte ich daran erinnern, dass hier in Coburg und Rödental die Wurzeln der königlichen Familie liegen. Schließlich trugen die Windsors bis 1917 Sachsen-Coburg und Gotha im Namen", erklärt Indira Groeger, "und Königin Victoria hätte sich am Liebsten dauerhaft im Geburtsschloss ihres Gemahls Prinz Albert, im Schloss Rosenau in Rödental, einquartiert."


Tipp

Am Sonntag, 29. April, ist ganz Rödental verkaufsoffen, und auch bei der Hummel-Manufaktur gibt es einiges zu sehen und kaufen. So versieht ein Meistermaler am Eingang der Möbelstadt Schulze auf Wunsch Hummel-Figuren mit einer persönlichen Inschrift. Für jede gekaufte Figur gibt es außerdem eine kleine Überraschung. Im Hummel-Shop, der von 13 bis 18 Uhr geöffnet hat, gibt es neben der Designertorte zum Beispiel auch moderne Möbel und einen gedeckten Tisch mit Hummel-Figuren im bayerischen Stil zu entdecken.