Viele Straßen erinnern in Neustadt an verdiente Bürger der Stadt. Freilich gehört nicht jede dieser Straßen zum Kanon der bekanntesten Verbindungen in der Puppenstadt. Das gilt auch für die Wittkenstraße. Sie führt von der Sonneberger Straße unterhalb des Marktplatzes bis zur Lindenstraße und damit hinunter zur Röden, die den Altstadtkern umfließt.

Die Namensgebung erinnert an den Geheimen Staatsrat Edmund von Wittken, der im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle für die Entwicklung Neustadts spielte, auch wenn er kein Sohn der Stadt war. Denn Wittken, am 3. Dezember 1837 in Zeitz geboren, übernahm als Wirklicher Geheimer Staatsrat unter Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha das Amt des Staatsministers und war in dieser Funktion auch für die Stadt Neustadt zuständig. Stets habe er Verständnis für die Sorgen und Nöte Neustadts gezeigt, heißt es in zeitgenössische Dokumenten.

Schulwesen unterstützt

Sehr aufgeschlossen zeigte er sich auch dem kulturellen Geschehen gegenüber. Dafür gibt es manches Beispiel. Nachdem Professor Max Derra das Medaillon des Schriftstellers Heinrich Schaumberger angefertigt hatte und sich spontan ein Komitee zur Gestaltung eines Denkmals für den Neustadter Dichter bildete, übernahm Staatsrat von Wittken den Ehrenvorsitz.

Bei der offiziellen Feier am 23. Mai 1899 zur Enthüllung des Denkmals übergab Wittken das Denkmal der Stadt Neustadt mit diesen Worten: "Möge das Denkmal eine Zierde der Stadt sein, eine Ehre für Coburg und die deutsche Lehrerschaft." Ursprünglich stand dieses Denkmal auf dem Alexandrinenplatz, inzwischen jedoch findet es sich in der Schaumberger Straße.

Besondere Verdienste um Neustadt erwarb sich Wittken nach offizieller Darstellung der Stadt "durch die Unterstützung des Schulwesens, des Kindergartens und der Armenpflege."

Mit Blick auf diese Schwerpunkte seines Wirkens passt es heute gut, dass sich der städtische Kindergarten heute in der Wittkenstraße befindet. Seit 1892 wurde ein Teil der Bahnhofsstraße in Neustadt nach Wittken benannt, offiziell wurde diese Benennung dann im Jahr 1901. Wittken starb hochbetagt am 29. Januar 1927 in Coburg.red/jb

Hintergrund

Geschichte Die Serie "Neustadts Straßennamen" beleuchtet am Beispiel wichtiger Personen verschiedene Aspekte in der Entwicklung der Bayerischen Puppenstadt. Den Anfang machte Neustadts Ehrenbürger Max Oscar Arnold. Weitere Folgen waren beispielsweise der Ernststraße sowie der Georg-Langbein-Straße gewidmet.red