Unterzeichnet ist der offene Brief an Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) von einem bunten Bündnis: Vom Stadtrat sind Melanie Becker, Michael Dorant, Wolfgang Weiß (alle Bündnis (90/Die Grünen), Thomas Apfel, Jessica Heß und Matthias Schmidt-Curio (alle drei WPC) dabei. Aufgelistet sind außerdem Nico Appelfeller (stellvertretender Vorsitzender der FDP Coburg), Oli Schneider (Agentur Streckenbach), Ralf Pazdera (Vorsitzender der Sektion Coburg des Süddeutschen Schaustellerverbands), Kevin Pazdera (Schausteller) und Steffi Cestone (Vorstandssprecherin Zentrum Coburg). Ihr Anliegen: Die Stadt möge etwas möglich machen, wenn schon der Weihnachtsmarkt nicht stattfindet und auch das Alternativkonzept "Winterzauber" nicht zum Tragen kommt.

Der städtische Eigenbetrieb Coburg Marketing, der sonst den Weihnachtsmarkt veranstaltet, hatte ein Alternativkonzept mit den beiden Standorten Markt und Albertsplatz erarbeitet. Es habe zwar weihnachtliche Waren, aber weniger Stände mit Speisen und Getränken geben sollen, erläuterte Horst Graf, Leiter von Coburg Marketing. Doch auch diesen "Winterzauber" (so der Name des Konzepts) hatte der Verwaltungssenat nicht riskieren wollen.

"Die durch abgesagte Volksfeste stark gebeutelten und in ihrer Existenz bedrohten Anbieter wünschen sich mit Recht eine Gleichbehandlung mit den ansässigen Händler und Gastronomen der Innenstadt sowie nicht zuletzt den Marktleuten des Coburger Wochenmarktes", heißt es in dem offenen Brief, den Matthias Schmidt-Curio an die Medien übersandte. "Räumlich voneinander getrennte Buden und Stände mit entsprechenden Hygienekonzepten könnten an verschiedenen Stellen der Innenstadt zumindest für einen Teil der betroffenen Anbieter eine Alternative bieten." Dass so etwas grundsätzlich möglich sei, würden die momentan am Anger und auf dem Markt stehenden Buden und Foodtrucks zeigen. Auch würden in Spitalgasse und Steinweg regelmäßig Märkte stattfinden.

"Wir hoffen, dass die Verwaltung Möglichkeiten findet, Stellflächen in der Innenstadt zur Sondernutzung auszuweisen. Andere fränkische Städte haben vergleichbare entzerrte und dezentrale ,Weihnachts-Konzepte‘ bereits in Planung", heißt es weiter.

Bei der Umsetzung seien diejenigen gefordert, die Stände betreiben wollen: "Auf solchen Flächen könnten in der Adventszeit Marktbeschicker und Gastronomen, die auf dem Coburger Weihnachtsmarkt präsent gewesen wären, auf eigene Kosten mit einem selbst auszuarbeitenden und durch das Ordnungsamt zu genehmigenden Hygienekonzept Marktstände betreiben und somit nicht nur eine wichtige Einnahmequelle generieren, sondern uns allen ein Stück Normalität in der Weihnachtszeit bescheren", schließt der offene Brief.