Die Stadt Neustadt würdigt viele verdiente Bürger durch die Benennung von Straßen. Häufig befinden sich diese Straße in Neubaugebieten. Das gilt auch für die Patzschkestraße, die im Neubaugebiet am Thanner Weg 1979 diesen Namen erhielt.

In Trautschen in Sachsen geboren

Sie erinnert an den Neustadter Ehrenbürger und ehemaligen Buchdruckereibesitzer Albert Emil Patzschke. Mit ihm ist ein wichtiges Kapitel der Zeitungsgeschichte in Neustadt verbunden, obwohl Patzschke gar kein gebürtiger Neustadt war. Er kam am 10. September 1861 in Trautschen in Sachsen zu Welt und arbeitete anschließend in Sonneberg.

Dort lernte er auch seine spätere Frau Anna Zierlein kennen, die 1867 in Sonneberg geboren wurde und 1931 in Bad Wiessee starb.

Neubau der Druckerei in der Bahnhofstraße errichtet

Im Oktober 1886 übernahm Emil Patzschke die Neustadter Heimatzeitung und errichtete dazu einen Neubau mit Druckerei "für Handel und Gewerbe". Im Oktober 1902 erhielt die Zeitung dann den Namen "Tageblatt für Neustadt - Sachsen - Coburg". Später wurde der Zusatz in "bei Coburg" geändert. Heute befindet sich in diesem Gebäude die "Kultur.Werk.Stadt". An der Fassade erinnert ein Schriftzug an das Neustadter Tageblatt.

Emil Patzschke zeichnete 43 Jahre lang als Unternehmer zugleich für den redaktionellen Teil verantwortlich und engagierte sich mit großem Nachdruck für Neustadt, das ihm zur Heimat geworden war. Gemeinsam mit Geheimrat Max Oskar Arnold setzte er sich sehr für verschiedene Projekte ein, die sich mit der Verbesserung der Infrastruktur Neustadts befassten.

Ein Beispiel dafür war sein Einsatz als stellvertretender Vorsitzender des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins. In dieser Funktion trat er ein für die Erschließung des Muppbergs für Wanderfreunde, indem er den Bau der Schutzhütte und der Pavillons vorantrieb.

1931 Ehrenbürgerrecht verliehen

Daneben gehörte Patzschke zum Eisenbahnkomitee. Gemeinsam mit Max Oskar Arnold und dem Eisenhändler Ernst Bauer setzte er sich dafür ein, dass die Steinachtalbahn-Trasse im Jahr 1920 über Neustadt geführt wurde.

Aber auch für die Heimatliteratur Neustadts engagierte er sich. Als Verleger veröffentlichte er die Bücher des Neustadter Mundartdichters Albert Arnold ebenso wie die Schriften des Heimatschriftstellers Emil Herold. Zu seinem 70. Geburtstag am 10. September 1931 verlieh ihm die Stadt Neustadt das Ehrenbürgerrecht. "In dankbarer Würdigung seiner hervorragenden Tätigkeit für die Stadt Neustadt und ihren Lebensraum verleiht ihm der Stadtrat das Ehrenbürgerrecht", hieß es in der Urkunde.

Nur ein halbes Jahr später jedoch starb Emil Patzschke - am 3. Mai 1932. Der Verschönerungs- und Fremdenverkehrsverein Neustadt errichtete seinem langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden einen Gedenkstein gegenüber dem Steinpavillon an der Weggabelung des "Breiten Weges" zur Schutzhütte.