Der Moellerweg zählt sicherlich nicht zu den bekanntesten Straßen in Neustadt. Der Moellerweg verbindet die von der Austraße zur Heubischer Straße führende Siemensstraße mit der Sudetenstraße. Der Name erinnert an einen Neustadter Ehrenbürger, der aber anders als beispielsweise Max Oscar Arnold heute vielleicht nicht mehr jedem Einwohner der Puppenstadt bekannt ist: Professor Edmund Moeller.

Sohn eines Sattlermeisters

Dabei war Moeller, am 8. August 1885 geboren, eine markante Künstlernatur und galt als einer der großen Söhne der Stadt. Moeller war ein Sproß der kinderreichen Familie des Sattlermeisters Louis Moeller. Schon in jungen Jahren wurde das künstlerische Talent Edmund Moellers erkannt. Lehrer empfahlen den Sprößling des Sattlermeisters nach Düsseldorf in das Atelier von Robert Rutz. Doch schon bald wechselte er an die Dresdner Kunstakademie, wurde sogar mit dem renommierten Rom-Preis ausgezeichnet und bereiste beispielsweise Griechenland, aber auch den Orient und Nordafrika. Fünf Jahre lang lebte er in Rom, bevor Dresden zu seiner Wahlheimat wurde.

Große Aufmerksamkeit fand der Künstler mit dem 1929 eingeweihten Freiheitsdenkmal, das er für die südamerikanische Republik Peru schuf. Viele weitere künstlerische Aufträge folgten. Doch immer blieb Moeller seiner Heimatstadt Neustadt verbunden. Davon zeugt auch der sogenannte Harlekinbrunnen, den Edmund Moeller entwarf. Die Fertigstellung des Brunnens aber erlebte er nicht mehr. Er starb - fast vergessen - am 17. Januar 1958 in Dresden. Seine letzte Ruhestätte fand er im Familiengrab auf dem Friedhof Dresden-Lebnitz-Neuostra.

1928 zum Ehrenbürger ernannt

Noch zu Lebzeiten erhielt Moeller eine Reihe von Ehrungen. So wurde ihm schon 1928 das Ehrenbürgerrecht seiner Heimatstadt verliehen, 1939 Jahre später wurde er mit dem Kunstpreis der Stadt Dresden ausgezeichnet. In seinem künstlerischen Schaffen blieb Moeller stets einer gegenständlichen Gestaltungsweise treu.

Im Zweiten Weltkrieg gingen zahlreiche Werke Moellers verloren. "Seinen künstlerischen Nachlass, Plastiken aus Holz, Bronze, Kreamik und Gips sowie Zeichnungen, Gemälde und Graphiken, erwarb die Stadt Neustadt im Jahre 1982 von seinem Sohn Baldur", schreibt Helmut Scheuerich in seinem zweibändigen Werk "Geschichte der Stadt Neustadt im 20. Jahrhundert." Ein Werk Moellers findet sich übrigens in der Stadtkirche St. Georg - das Hochrelief "Kreuztragung Christi" aus dem Jahr 1908.

Drei Jahre nach seinem Tod wurde Moeller durch die Stadt mit der Namensgebung des Moellerwegs geehrt.red/jb