Bunter ist er geworden: der Stadtrat von Bad Rodach. Insgesamt sieben Parteien, Vereine und Wählergruppierungen sind in dem Gremium vertreten, die die Geschicke der Kurstadt in den nächsten sechs Jahren lenken sollen. "Es wird keine leichte Aufgabe", prognostizierte Bürgermeister Tobias Ehrlicher angesichts einer heranziehenden dunklen finanziellen Wetterfront. Er sprach von gigantischen Schwierigkeiten, die aufgrund der derzeitigen Lage zu bewältigen sind. Er hofft, dass es dem Stadtrat zunächst gelingen wird, einen guten Haushalt aufzustellen.

Aufgrund der Corona-Maßnahmen fand die erste Sitzung des Stadtrates in der neuen Legislaturperiode nicht im altehrwürdigen Festsaal des Jagdschlosses, sondern in der Gerold-Strobel-Halle statt.

Bevor das Gremium in die Tagesordnung einsteigen konnte, galt es für Bürgermeister Ehrlicher mit Moritz Regenspurger, Moritz von Butler (CSU), Werner Zoufal, Armin Knauf (Grüne/offene Liste), Markus Geflitter, Katrin Liebermann, Ute Appel (SPD) sieben neue Stadträte (auf Distanz) zu vereidigen. Keine Überraschungen gab es bei der Wahl der weiteren Bürgermeister. So wurden die bisherigen Amtsinhaber, Ernst-Wilhelm Geiling (FW) als zweiter Bürgermeister und Nina Klett (CSU) als dritte Bürgermeisterin, mit jeweils 18 von 21 Stimmen (bei jeweils zwei ungültigen Stimmen) in ihren Ämtern bestätigt. Gegenkandidaten gab es nicht. Warum ein Stadtratsmitglied bei der Wahl zum zweiten Bürgermeister Tobias Ehrlicher, der nun mal erster Bürgermeister ist, seine Stimme gab, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Auf Antrag von Christoph Herold (CSU) wird der Bau- und Umweltausschuss sich künftig auch dem Thema Digitalisierung annehmen. Weiter soll der Ausschuss "Therme Natur Bad Rodach" auf neun Mitglieder aufgestockt werden.

Der Rechnungsprüfungsausschuss sollte nach Vorstellungen von Herold aus dem Vorsitzenden und fünf weiteren Mitgliedern bestehen. Einstimmig wurde der erste Antrag der frischen Legislaturperiode angenommen. Als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses wurde Christoph Herold gewählt. Sein Stellvertreter ist Axel Dorscht (SPD).

Sechs Ausschüsse sind für den Stadtrat tätig. Rainer Möbus (Zukunftsforum), Matthias Thumser (ÖDP) und Klaus Geuther (SBB) bilden eine Ausschussgemeinschaft und sind in den Ausschüssen mit einem Mitglied vertreten. Bis auf den Rechnungsprüfungsausschuss entsendet die CSU zwei, die SPD drei, Grüne/offene Liste ein und die Freien Wähler zwei Mitglieder.

Im Rechnungsprüfungsausschuss arbeiten zwei Mitglieder der SPD-Fraktion und je ein Mitglied der übrigen Gruppierungen. Einstimmig wurden folgende Beauftragte gewählt. Senioren: Axel Dorscht (SPD), Jugend: Matthias Thumser (ÖDP), Integration: Rainer Möbus (ZKF), Natur- und Klimaschutz: Werner Zoufal (Grüne/offene Liste). Einstimmig folgte man dem Vorschlag der Verwaltung, die Entschädigung der Stadträte auf eine monatliche Pauschale von 30 Euro zuzüglich einem Sitzungsgeld von 36 Euro je Sitzung festzulegen.

Eine kleine Überraschung gab es, als die Fraktionsvorsitzenden bekanntgegeben wurden. Die fünfköpfige Gruppe der CSU führt ab sofort Moritz Regenspurger an, der damit in die Fußstapfen des Bürgermeisterkandidaten Christoph Herold tritt. Weitere Fraktionssprecher sind: Axel Dorscht (SPD), Werner Zoufal (Grüne/offene Liste) und Bernd Werner (FW). Nachdem die Formalien erledigt waren, galt es für den neu gewählten Stadtrat die Wahl von Andreas Geier (stellvertretender Kommandant Feuerwehr Lempertshausen), Steffen Pertsch und Florian Müller (erster bzw. stellvertretender Kommandant Feuerwehr Elsa) zu bestätigen.

Zwei "Haudegen" verabschiedet

Wenn sieben neue Stadträte in das Gremium einziehen, heißt dies auch, sich von der gleichen Anzahl verabschieden zu müssen. Eine besondere Würdigung wurde Norbert Wacker (FW) und Herbert Müller (zuletzt SBB, davor SPD) zuteil. Für seine fast 25-jährige Mitgliedschaft im Stadtrat wurde Wacker die silberne Stadtmedaille verliehen. Seit 1978 gehörte Müller dem Stadtrat an. Die Leistungen der beiden "Haudegen" würdigten nicht nur Bürgermeister Ehrlicher, sondern auch die Anwesenden mit stehendem Applaus. Dass sich bei der Ehrung von Müller nicht alle SPD-Stadträte von ihren Plätzen erhoben, zeigte, wie tief der Graben zwischen ihm und seinen einstigen Mitstreitern ist. Dank und Respekt, wenn auch ohne Händedruck und Umarmung, zollte Ehrlicher Dietmar Westhäuser (CSU), Hatice Altun (SPD), Peter Wagner (FW), Lars Otto und Udo Trier (ZKF).