Es gab Proteste, als im Februar Dritter Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann (CSB) und der Leiter des Grünflächenamts, Bernhard Ledermann, ankündigten, auf dem Eckardtsberg Bäume fällen zu wollen, um die historischen Sichtachsen vom Eckardtsturm zur Veste, zum Schloss Callenberg oder auch zum Bismarckturm wiederherzustellen.

Wie Turm und Sichtachsen hat auch die Allee über den Eckardtsberg einen geschichtlichen Hintergrund. In diesen Baumbestand wurden aber schon vor Jahren Lücken geschlagen. Im Frühjahr mussten aus Sicherheitsgründen noch einmal acht Bäume gefällt werden. Diese Lücken wurden jetzt aufgefüllt. "Wir wollen die Allee von der Baumart her wieder so herstellen, wie sie früher war", sagte Hans-Heinrich Ulmann gestern am Rande der Baumpflanzaktion. Und Bernhard Ledermann ergänzte, dass Kastanien und Bergahorn die Allee säumen und dass sie "rhythmisiert" angeordnet sind.
Das heißt, auf eine Gruppe Ahorn folgt eine Kastaniengruppe und umgekehrt.

75 Bäume waren es in der Allee insgesamt. Aber: "Es gab bereits einige Fehlstellen, bevor wir im Frühjahr acht Bäume fällen mussten. Immerhin 18 Lücken waren schon da", erläuterte der Leiter des Grünflächenamts. Jetzt kamen zu den bereits vorhandenen Rosskastanien noch einmal zehn dazu. Außerdem wurden noch 16 weitere Bergahorne gepflanzt. Somit sei die Allee wieder komplett.

Bernhard Ledermann wies außerdem darauf hin, dass es sich auf dem Eckardtsberg um eine der stattlichsten Alleen Coburgs handelt. Das habe damit zu tun, dass der Eckardtsberg schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts in das Interesse des Herzogshauses rückte. Ernst I. ließ bereits 1810 eine Zeichnung für einen Turm im gotischen Stil anfertigen. Rund 30 Jahre später entwarf Carl Alexander Heideloff eine neugotische Grabeskirche für die herzogliche Familie. Daraus wurde aber nichts. Ernst II. verfolgte die Pläne für ein repräsentatives Bauwerk auf dem Eckardtsberg weiter. Im Buch "Denkmäler in Bayern - Stadt Coburg" schreiben Peter Morsbach und Otto Titz dazu: "Nach der Sicherung des Wegerechts zur Grundstücksenklave Herzog Ernst II. 1872 plante Hofbaurat Wilhelm Streib den Aussichtsturm."

Im Mai 1873 wurde der Grundstein für den Turm gelegt. Und weiter: "Den Eckardtsberg erreichte man ursprünglich über eine nordöstlich zuführende Baumallee." Da also liegt der Ursprung. Und Bernhard Ledermann ist der Ansicht, dass mit der Baumpflanzung "ein wesentlicher Beitrag" geleistet wurde, "die Allee auf Dauer als markantes Landschaftselement zu erhalten".