Nach 18 Jahren wird Schluss sein. Markus Mönch (parteilos) hat bei der Gemeinderatssitzung am Montagabend in der Schulturnhalle bekanntgegeben, im Jahr 2026 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters in Weidhausen zur Verfügung zu stehen.

Es war kein einfaches Jahr 2020 für den seit 2008 amtierenden Weidhäuser Bürgermeister. Von heute auf morgen musste er sich im Juni einer schweren Operation unterziehen, es folgten fast auf den Tag genau sechs Monate im Krankenstand. Das sei viel Zeit für grundsätzliche Überlegungen gewesen, sagte Mönch nach der Gemeinderatssitzung auf Tageblatt-Anfrage. In dieser Phase sei seine Entscheidung "gereift", also nicht von heute auf morgen "gefallen".

Was wichtiger als Bürgermeister ist

Eine einfache Sache war für Markus Mönch der Verzicht auf eine weitere Kandidatur nicht: "Der Job als Bürgermeister ist und bleibt mein Traumberuf." Deshalb werde er auch die kommenden fünf Jahre den Auftrag der Wähler aus der Wahl 2020 erfüllen und an der Spitze der Verwaltung bleiben - "mit aller Kraft, die mir zur Verfügung steht". Aber die lange Zeit im Krankenhaus und unfreiwillig daheim hat den Bürgermeister gelehrt, dass es noch etwas anderes im Leben als den Beruf gibt: die Gesundheit; seine Familie mit Ehefrau Sandra und den drei Jahre alten Willi sowieso.

Die Entscheidung, den Gemeinderat schon jetzt und damit sehr früh über seinen Verzicht auf eine vierte Kandidatur zu informieren, ist für Markus Mönch eine Sache von "Respekt und Demut". Diese seien unerlässlich für das Amt des Bürgermeisters. Sich alle sechs Jahre neu auszurichten, gehöre für ihn, aber gleichermaßen auch für die Gemeinde dazu, erklärte Mönch: "Kein Bürgermeister kann den Anspruch haben, sein Leben lang im Amt zu sein. Aber auch die Bevölkerung kann nicht den Anspruch für sich erheben, dass der Bürgermeister seinen Job sein Leben lang macht." Seine klare Ansage fünf Jahre vor der nächsten Kommunalwahl wird die Grundlage für einen "geordneten Übergang" sein, ist der amtierende Bürgermeister überzeugt. Den drei Fraktionen im Gemeinderat bleibe nun genügend Zeit, sich auf die kommende Situation einzustellen und geeignete Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters aufzubauen. Und bis zur Amtsübergabe am 1. Mai 2026, das betonte Mönch mehrfach, werde es für ihn heißen: "Fünf Jahre Vollgas geben." Anlass, einen Gang zurückzuschalten, stelle sein Rückzug auf keinen Fall dar, betonte Mönch. "Wir haben die Hütte voll mit Projekten, die wir in den vergangenen Jahren angehen wollen."

Und was kommt dann? Schau mer mal!

Markus Mönch wird weder im Groll noch frustriert oder resigniert aus dem Amt scheiden. Aber ein bisschen ernüchtert haben ihn die vergangenen Jahre schon. Gerade in der jetzigen Zeit der Corona-Pandemie fühlt der 46-Jährige sich und sein Rathausteam ein bisschen alleingelassen von der großen Politik. Seit einem Jahr sei die Verwaltung mehr oder weniger ausschließlich damit beschäftigt, die Krise zu organisieren. Die eigentliche Aufgabe, die Gemeinde zu gestalten, komme da viel zu kurz. Dazu habe sich das Anspruchsdenken der Bevölkerung seit seiner ersten Wahl 2008 in eine Richtung entwickelt, die sein Amt nicht zwingend vergnügungssteuerpflichtig mache, bilanzierte der Bürgermeister. Aber da gehe es nicht nur ihm so, sondern auch anderen Kollegen: "Dass die Halbwertszeit der Bürgermeister sinkt, sieht man doch überall."

Jetzt darf spekuliert werden

Und was kommt nach 18 Jahren an der Spitze der Gemeinde? Auf diese Frage winkte Markus Mönch ab, weil er sie sich selbst noch nicht gestellt hat. Er habe von der Weidhäuser Bevölkerung den Auftrag bekommen, die Gemeinde zukunftsfähig zu halten. Darum gehe es für ihn in den kommenden fünf Jahren; was danach folge, werde man sehen. Es sei auch nicht gesagt, dass er sich komplett aus der Politik auf kommunaler Ebene zurückziehen werde, betonte Mönch. Bislang war er als Bürgermeister parteilos und auf Landkreisebene Sprecher der "Unabhängigen Landkreisbürger" (ULB), die seit der Kommunalwahl 2020 mit vier Mitgliedern im Coburger Kreistag sitzen. Wie es dort und in seiner Heimatgemeinde politisch für ihn weitergeht, "muss und wird" Markus Mönch noch einige Zeit offen lassen. Das sagte er mit einem ganz entspannten Gesichtsausdruck zum Schluss: "Ein bisschen Raum für Spekulationen darf man nach so vielen Jahren schon übriglassen."