Vor einem halben Jahrhundert öffnete der Wildpark in Tambach seine Pforten. Der 15. Mai 1970 markiert den Beginn des Parks. Seinerzeit firmierte der Park hinter dem Schloss der Familie zu Ortenburg auch unter der Bezeichnung "Erholungszentrum".

Aus den Anfängen mit einem großen Gehege für Hirsch- und Damwild sowie einem Saugatter hat sich der Tierpark zu einem touristischen Besuchermagneten entwickelt, der mit Wolf- und Luchsgehegen aufwartet, der Wisente, Mufflons und Elche, Wildkatzen und Fischotter, Waschbären und Ziegen sowie andere heimische Wildtiere mehr zeigt.

Ein lohnendes Ausflugsziel

Nach der Corona-bedingten Pause und dem kaum mehr stattgefundenen öffentlichen Leben haben die Menschen Ende Mai und Anfang Juni den Wildpark als lohnendes Ausflugsziel entdeckt. "Aufgrund von Covid-19 mussten wir den Wildpark für acht Wochen, Mitte März bis Mitte Mai, schließen", heißt es auf der Homepage.

Während der Osterferien durfte der Wildpark trotz schönen Wetters keine Besucher empfangen. Besonders an den letzten Wochenenden und während der Pfingsttage standen die Besucher - mit Abstand zueinander - vom Eingang über den Parkplatz hinweg bis zur Straße an. Die Jubiläumsfeier fiel dem Virus zum Opfer. Auch im Park selbst macht sich die Pandemie bemerkbar. An Ein- und Ausgang, an der Eistheke, bei den Toiletten und im gesamten Biergarten müssen Mund-Nasen-Masken getragen werden. An den Tischen sind, wie in der übrigen Gastronomie auch, keine Masken vorgeschrieben. Eingehalten werden muss der Mindestabstand zu anderen Personen von 1,50 Metern, auch Gruppenbildung ist nicht gestattet. In dem 50 Hektar großen Park selbst gibt es keine Begrenzung der Besucherzahlen.

Coronavirus schränkt ein

Das Coronavirus schränkt allerdings das Angebot des Wildparks ein: Der Streichelzoo, die regelmäßigen Fütterungen, Greifvogel-Flugvorführungen und Vollmondführungen finden aktuell nicht statt. Hingegen sind Führungen mit einzelnen Personen, Paaren oder Familien bis zu vier Personen möglich. Auf dem Spielplatz ist das große Trampolin gesperrt.

Geringfügig beeinträchtigt sind die Beobachtungsmöglichkeiten für Luchs und Wolf. Wegen Corona sind die Aussichtstürme zurzeit nicht zugänglich. In den verschiedenen weitläufigen Gehegen hat es in den vergangenen Wochen Nachwuchs geben. Ein Wisentkalb erkundet die Umgebung und auch bei Familie Hirsch hat sich Nachkommenschaft eingestellt. Aus diesem Grund dürfen Hunde auch an der Leine nicht in das offene Hirschgehege hinein. Die anderen Bereich des Parks sind mit angeleinten Hunden zugänglich.

Frischlinge

Für Verzückung bei den Besuchern sorgen die Frischlinge im Wildschweingehege. Wie die Großen wühlen sie im Boden eifrig nach Leckerbissen. Auch die Mufflons haben Zuwachs bekommen.

Bei einem ersten Rundgang für die Presse vor einem halben Jahrhundert war Alram Graf zu Ortenburg wegen der Neugier von Wildschweindame "Anja" unfreiwillig zu Boden gegangen. Bei den stürmischen Annäherungsversuchen von "Anja" hatte der Initiator des Parks beim Rückwärtsgehen eine Wurzel übersehen. Die Bache ließ sich gleich neben dem Grafen nieder.

In den vergangenen Jahren wurde unter der Ägide von Annette Gräfin zu Ortenburg der Park zu einer Kombination von Tierwelt, Schlosspark nach englischem Vorbild und einer immensen Blütenpracht erweitert. Mehr als 50 000 Narzissen blühen jedes Frühjahr. Rhododendren, Azaleen, Rosen, Lavendel und Hortensien verwandeln in der Folge den Park in einen optischen Genuss. www.wildpark-tambach.de