Diese Geschichte ist viel zu schön, um wahr zu sein. Aber gerade deshalb ist sie jetzt für viele Zuschauer genau die richtige Wahl als Familienstück zur Vorweihnachtszeit im Landestheater. "Der kleine Lord" erzählt die Geschichte eines Jungen aus ärmlichen Verhältnissen in New York, der als einziger Enkel zu seinem adeligen Großvater, dem Earl of Dorincourt, nach England kommt. Dort erobert der junge Cedric in Windeseile das Herz des griesgrämigen Großvaters und krempelt dessen einsames Leben komplett um.

Der anfangs hartherzig agierende Großvater kann sich nicht lange gegen die kaum zu bremsende Hilfsbereitschaft seines Enkels wehren und wird schließlich gar zum Wohltäter für seine in Not geratenen Pächter. Wer auf der Theaterbühne gerne das Gute siegen sieht, ist in diesem Stück zweifellos an der richtigen Adresse.

Lilian Prent begeistert in der Titelrolle

Denn Gastregisseur Holger Seitz, der sich mit seiner Freiluft-Inszenierung von "Robin Hood" 2019 im Hofgarten erstmals in Coburg vorgestellt hatte, setzt konsequent auf familientaugliches Unterhaltungstheater mit hohem Wohlfühlfaktor. Dabei kann er sich auf eine gut harmonierende Darstellerschar verlassen, die das Stück vor einem Jahr schon bis zur Premierenreife geprobt hatte, dann aber - wegen des erneuten Lockdowns - nicht vor Publikum präsentieren durfte. Bei der Titelrolle gab es allerdings eine Umbesetzung: Für Solveig Schomers, die das Coburger Ensemble verlassen hat, übernahm Lilian Prent den Part als kleiner Lord und zog das Coburger Publikum von der ersten Szene an in Bann. Als Graf Dorincourt kehrt das langjährige ehemalige Ensemblemitglied Thomas Straus aus dem Ruhestand als Gast zurück ans Landestheater.

Ausdauernder Beifall

Das Bühnenbild von Herbert Buckmiller setzt auf den Kontrast zwischen Alter und Neuer Welt, zwischen England und Amerika, und garantiert dank Drehbühneneinsatz rasche Szenenwechsel.

Ende gut, alles gut? Nicht so ganz. Denn in Corona-Zeiten kann das Premieren-Publikum im Landestheater dieses Familienstück nicht völlig ungetrübt genießen.

Das beginnt schon bei der aktuell gültigen 2G-Regelung, die ungeimpfte Kinder ab 12 Jahren vom Theaterbesuch ausschließt. Auch wenn sich die Zahl der daraus resultierenden kurzfristigen Ticket-Stornierungen in sehr überschaubaren Grenzen hielt: die Premiere war - anders als in normalen Jahren - keineswegs ausverkauft.

Zum Ausgleich aber geriet der ungetrübte Premierenbeifall bemerkenswert ausdauernd.

"Der kleine Lord" am Landestheater Coburg

Theater-Tipp "Der kleine ord" - Familienstück zur Weihnachtszeit, Textfassung von LUlrike Schanko nach Frances Hodgson Burnett

Besetzung

Der kleine Lord: Lilian Prent

Graf Dorincourt: Thomas Straus

Mrs. Errol/Minna: Nicole Horny

Mr. Havisham: Frank Siebenschuh

Hobbs: Stephan Mertl/Tobias Bode

Dick: Philipp Rosenthal

Jake/Pfarrer Modaunt: Benjamin Hübner

Produktionsteam

Inszenierung: Holger Seitz

Ausstattung: Herbert Buckmiller

Dramaturgie: Fabian Appelshäuser

Die Geschichte "Der kleine Lord" von Frances Hodgson Burnett erzählt vom kleinen Jungen Cedric, der in ärmlichen Verhältnissen in New York lebt und urplötzlich von seinem adligen Großvater, einem englischen Earl erfährt. Dieser möchte seinen Enkel als Alleinerben einsetzen und ihn zum kleinen Lord Fauntleroy erziehen. Von jetzt auf gleich wird er aus seinem gewohnten Lebensumfeld gerissen, hinein in das vornehme Leben des englischen Adels. In England verlaufen die Lehrstunden jedoch anders als gedacht. Eine Betrügerin taucht auf, die für ihren Sohn ebenfalls Anspruch auf die Nachfolge erhebt. Ihr Schwindel fliegt aber auf, mit Hilfe eines gewieften Plans. Und nicht nur das: Mit seiner liebenswürdigen Art schafft Cedric es schließlich auch, seinen verbitterten Großvater zu Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl zurückzuführen. Das diesjährige Coburger Weihnachtsmärchen ist eine Geschichte über den Zusammenhalt, die Kraft der Liebe und die Freude, anderen Gutes zu tun. Seit der bekannten Verfilmung im Jahr 1980 zählt sie zum Repertoire der Weihnachtsklassiker.

Vorverkauf Tickets für das Familienstück zur Weihnachtszeit 2021 gibt es an der Theaterkasse am Schlossplatz, oder telefonisch über 09561/898989 oder per Mail über theaterkasse@landestheater.coburg.de oder unter www.landestheater-coburg.de.

Hygieneregeln Am Landestheater Coburg gilt ab sofort die 2G-Regelung: Vorstellungszutritt nur für Geimpfte und Genese. Diese Regelung gilt für alle Besucher ab 12 Jahren. Im Gegenzug entfällt nach der Einlasskontrolle der Maskenzwang.red