"Durch die inzwischen spürbar gewordenen Auswirkungen der Corona-Krise, im Besonderen durch ausbleibende Einnahmen, läuft unser Verein Gefahr, in eine, aus Sicht des Vorstands, nicht zu vertretende finanzielle Schieflage zu geraten." In einer im Namen des gesamten Vorstandes verschickten Einladung für eine Pressekonferenz kündigen die Verantwortlichen des Fußball-Landesligisten VfL Frohnlach am Dienstagabend drastische Maßnahmen an.

Am Mittwochmittag will der Verein um Vorsitzenden Ulrich Kossack und seinen Stellvertreter Klaus Schillig genauer informieren. "Laufende, nicht zu vermeidende Kosten führen aktuell dazu, dass das am 30. Juni auslaufende Vereins-Geschäftsjahr nicht mit einem ausgeglichenen Ergebnis beendet werden kann," heißt es weiter.

Weniger Sponsorengelder

Dies und die andauernde Unsicherheit in der Frage der Fortsetzung eines geordneten Spielbetriebs sowie die Erkenntnis, dass wohl künftig eher nicht mehr mit dem bisher gewohnten Mitteln aus Sponsoren-Verträgen zu rechnen ist, hat dazu geführt, dass die Vorstandschaft einen "nicht aufzuschiebenden Handlungsbedarf sieht". Man habe daher eine erste Entscheidung getroffen und in einem ersten Schritt die Spieler und Trainer über diese informiert.

Am Mittwoch wird der Weg, für den sich der VfL vorerst entschieden hat, der Öffentlichkeit präsentiert. In einem nächsten Schritt soll die zukünftige Ausrichtung des Vereins auch Gegenstand einer außerordentlichen Mitgliederversammlung sein, die am 19. Juni stattfindet. In dieser sollen dann die Mitglieder die endgültige Entscheidung fällen, wie es mit dem Fußball und dem Verein weitergeht.

Wohin geht die Reise?

Dabei, so heißt es in dem Schreiben, werde es auf jeden Fall vor dem Hintergrund der Konjunkturprognosen um die künftige wirtschaftliche Perspektive und damit verbunden um die Zukunft des VfL gehen. Wohin die Reise gehen könnte, auch das wird man womöglich am Mittwoch erfahren. Es wird dabei auf jeden Fall mehr als eine Option geben. Schließlich heißt es in der Einladung. "Wir als Vorstand sehen dabei zwei Alternativen, ergänzt um eine Dritte, die wir allerdings ausschließen wollen."

Ein offenes Geheimnis

Für weitere Einzelheiten zu diesem brisanten Thema waren die Verantwortlichen gestern Abend nicht mehr zu erreichen. In Fußballerkreisen ist es längst ein offenes Geheimnis, dass die Fußballer des VfL Frohnlach seit geraumer Zeit um ihre Existenz kämpfen. Ehrenamtliche Helfer fehlen an allen Ecken und Enden, Sponsoren wurden nach dem Tod des großen Mäzens Willi Schillig immer weniger. Klaus Schillig, der Sohn von Willi Schillig und stellvertretender Vorsitzender, stopfte in den letzten Jahren immer wieder das eine oder andere Loch bei finanziellen Engpässen. Und das, obwohl ihm die ganz große Leidenschaft zum Fußball fehlt. So "fußball-verrückt" wie sein Vater war er zu keinem Zeitpunkt, doch im Stich ließ er die Kicker nicht.

Schillig stopfte die Löcher

Jetzt könnte allerdings der Zeitpunkt gekommen sein, an dem auch Klaus Schillig nicht mehr bereit ist, größere Beträge für Spieler oder Trainer bereitzustellen. Und auch andere Gönner, wie Eduard Mühlherr, der nach seinem Engagement beim TSV Sonnefeld gerne bereit war die "Blau-Weißen" finanziell zu unterstützen, steht als "Retter in der Not" in dieser schwierigen Zeit nicht zur Verfügung. Zumal er seine Unterstützung vor allem auch eng mit der Personalie Bastian Renk verbunden hatte. Der langjährige Spieler des VfL und bis zuletzt Trainer verlässt den Klub. Der Rückzug der Frohnlacher Fußballer kommt dennoch überraschend und hätte gravierende Auswirkungen auf den Spielbetrieb in der Landesliga. Überraschend deshalb, weil die Frohnlacher Verantwortlichen um ihren Sportlichen Leiter Christian Tremel in den letzten Monaten die Weichen für die neue Saison bereits gestellt hatten. Mit Marcel Burkhardt wurde sogar schon ein neuer Spielertrainer für den freiwillig ausscheidenden Bastian Renk offiziell vorgestellt. Mit Lukas Werner von der TSG Niederfüllbach und Egzon Babatinca vom SV Pettstadt standen zudem zwei Zugänge bereits fest.

Neuer Trainer - umsonst?

Auch die Zusammenarbeit mit dem Partnerverein TBVfL Neustadt/Wildenheid, mit dem der VfL eine gemeinsame Reserve-Mannschaft in der A-Klasse am Start hat, wurde in den letzten Wochen intensiviert. Doch all diese Bemühungen könnten nun vergebens gewesen sein. Dann nämlich, wenn die VfL-Oberen offiziell den Rückzug ihrer Fußball-Mannschaft beschließen. Und danach sieht es aus!