Die Bereiche Neukundengeschäft und Baufinanzierung seien in den letzten Jahren zu stabilen Säulen des Geschäfts geworden, so Katheder, der für die erkrankte Coburger Filialdirektorin Birgit Siebenhaar eingesprungen war.

Beim "klassischen Häuslebauer" sieht die Bank ihre Kernkompetenz in Sachen Baufinanzierung. Das Neugeschäftsvolumen hatte 2014 einen Wert von insgesamt 31 Millionen Euro. "Legt man pro Finanzierung durchschnittlich 300.000 Euro zugrunde, konnten wir unseren Privatkunden im vergangenen Jahr rund 150 Wohnträume erfüllen", so Katheder. Die Bank habe damit 30 Prozent zugelegt. "Bundesweit sind es täglich 240 Wohnträume", ergänzte Pressereferent Peter Tiefenbach. Im gesamten Konzern liege das Neugeschäftsvolumen bei rund zehn Milliarden Euro.

Bau-Interessenten bietet die Commerzbank ab heute übrigens neue Konditionen an: Bisher lag der Zinssatz für die klassische Baufinanzierung mit einer Laufzeit von zehn Jahren bei 1,13 Prozent, ab heute gilt ein Satz von 1,01 Prozent.

Für Anleger sei es derzeit deutlich schwieriger, eine gute Rendite zu erzielen. Die niedrigen Zinsen und Schwankungen an den Börsen steigerten allerdings die Nachfrage nach "professionell gemanagten Wertpapier-Anlagen". Der Absatz von sogenannten Mandatsprodukten - hier arbeitet die Bank vor allem mit dem Unternehmen Allianz Global Investors zusammen - stieg 2014 um 36,3 Prozent. Beim Geschäftsvolumen insgesamt (246 Millionen Euro) legte das Coburger Geldinstitut um 3,75 Prozent zu. Das Wachstum belege, dass die Bank in den vergangenen Jahren effektiv an ihrem Angebot und an der Qualität gearbeitet habe, sagte Katheder.

Coburger Filiale ausgezeichnet

Die Kundenzufriedenheit, die laufend durch ein unabhängiges Institut überprüft werde, habe man um 30 Prozent steigern können. Auf Bundesebene gewann die Commerzbank dann auch zum zweiten Mal in Folge den vom Magazin "Focus Money" ausgelobten Beratungstest "City Contest". Die Coburger Filiale wurde gar zum dritten Mal in Folge für die beste Kundenberatung ausgezeichnet.

Zuwachs verzeichnete im vergangenen Jahr auch das Geschäft mit besonders vermögenden Kunden (mit einem Eingangsvermögen von mindestens einer Million). Direktor Hans-Walter Wittig betreut im Bereich "Wealth Management" in seinem Schwerpunktgebiet West-Oberfranken (dazu gehören auch Coburg, Kronach und Lichtenfels) rund 3200 Kunden - knapp 1300 Familienverbünde. Sein Klientel sei zwar einerseits sehr kritisch, lasse sich aber andererseits gerne kompetent beraten. Die niedrigen Zinsen animierten seine Kunden zum Kaufen und Investieren - gefragt seien vor allem konservative Anlagen. Das betreute Vermögen stieg in der Region um zwölf Prozent auf 412 Millionen Euro. Das Kreditvolumen wuchs um fünf Prozent auf 220 Millionen, wobei mit dem Großteil Immobilien zur Kapitalanlage finanziert worden seien. Um dem Wachstum Rechnung zu tragen, wird die Commerzbank die Standorte des Wealth Managements ausweiten - von derzeit 43 auf 65. Davon soll auch Oberfranken profitieren: Die bisherigen zwei Standorte sollen "mindestens verdoppelt" werden, so Wittig.

Ein "solides Ergebnis" legt die Mittelstandsbank vor, in der das Firmenkundengeschäft der Commerzbank gebündelt ist. Betreut werden hier nun 1360 Kunden. Das Kreditvolumen stieg 2014 um acht Prozent, die Nachfrage nach öffentlichen Fördermitteln dagegen sogar um 20 Prozent.

"Verbesserung ist immer unser Ziel", betonte Abteilungsdirektor Stephan Lochner. Deshalb setze die Mittelstandsbank auch weiterhin auf den Ausbau ihrer internationalen Marktposition. So solle 2015 unter anderem in Brasilien eine neue Filiale entstehen - mit deutschsprachigen Mitarbeitern.

Firmenkredite: Gerne mehr!

Direkt vor der Haustür, bei den Unternehmen in der Region, will die Commerzbank Coburg vor allem ihr Kreditgeschäft weiter ausbauen. 1,1 Milliarden Euro betrug das Kreditvolumen im vergangenen Jahr. Damit sei die Commerzbank zwar klarer Marktführer, so Lochner, es dürfte aber durchaus noch etwas mehr sein. Warum agieren die Firmen derzeit so zurückhaltend? "Wir haben gut aufgestellte Unternehmen, die eine hohe eigene Finanzkraft haben. Die müssen nicht alles finanzieren", erklärte Lochner. Die schwelenden weltweiten Krisen sorgten vielleicht zusätzlich dafür, dass die eine oder andere Investition verschoben werde.