• Quallen in Badesee bei Lichtenfels entdeckt - was heißt das für Badegäste?
  • Schönbrunner See voller Quallen: "Der Polyp ist allgegenwärtig"
  • Süßwasserquallen: Wohl auch Raum Coburg betroffen
  • Entwicklung unter bestimmten Bedingungen

Im Schönbrunner See im Landkreis Lichtenfels wurden kürzlich Quallen entdeckt. "Es gibt natürlich auch im Süßwasser Quallen", ordnet Frank Reißenweber vom Landratsamt Coburg den Fund ein. "Die Quallen gehen aus Polypen hervor", welche sich auf Steinen, Holz und Pflanzen ansiedeln. "Dass sich daraus Quallen entwickeln, dafür braucht es jedoch bestimmte Bedingungen."

Lichtenfels: Quallen in Badeseen - wie gefährlich sind die Tiere?

"Durch die sogenannte Knospung geht aus dem Polypen eine Qualle hervor", erklärt Reißenweber. Das funktioniere jedoch nur unter bestimmten Bedingungen: "Man braucht für längere Zeit relativ warmes Wasser", sagt der Experte. Die Süßwasserquallen benötigen Temperaturen von über 22 bis 24 Grad Celsius, weshalb die Quallen meist im Spätsommer in eher warmen Gewässern vorzufinden seien.

"Die ausgewachsenen Quallen sind für gewöhnlich gut einen Zentimeter groß - eine Miniqualle also, nicht zu vergleichen mit den Tieren, die man an der Küste findet." Gefährlich seien die Tiere nicht: "Im Süßwasser gibt es eigentlich nichts, was wirklich gefährlich ist."

"Die Quallen sind Nesseltiere und fangen Kleinkrebse, Rädertierchen und Einzeller. Durch die menschliche Haut kommen die Nesseln nicht", so Reißenweber. An der Küste gebe es große Quallen wie die Ohrenqualle oder die Feuerqualle, welche "richtig unangenehm" werden könne. "Hier im Binnenland ist das nicht der Fall, es gibt hier auch nur diese eine Art." Deren Polypen seien fast überall zu finden. 

Quallen vermutlich auch im Coburger Goldbergsee - was sagt das über die Wasserqualität?

"Ich selbst weiß nur von dem Schönbrunner See in Lichtenfels, aber man kann davon ausgehen, dass die Art in den meisten Gewässern, die sich stark erwärmen, vorkommen. Der Polyp ist allgegenwärtig", erklärt Reißenweber. Wo der Polyp vorkomme, kommen letztendlich auch die Quallen vor - "solange es warm genug ist."

Damit liege die Vermutung nahe, dass die Qualle auch in anderen Seen beheimatet ist. Der Goldbergsee sowie der Froschgrundsee im Landkreis Coburg seien wahrscheinlich ebenfalls betroffen. "Es handelt sich um eine Vermutung nach der Beobachtung in Lichtenfels, ist jedoch noch nicht nachgewiesen worden", so Reißenweber. "Aber man kann schlussfolgern: Wenn die Quallen im Schönbrunner See vorkommen, dann im Goldbergsee genauso, weil das Wasser da fast noch etwas wärmer ist."

Über die Wasserqualität sage die Quallenpopulation zunächst nichts aus: "Wenn, dann sprechen die Quallen eher für eine gute Wasserqualität, weil sie vor allem eher in sauberen Gewässern mit Badewasserqualität vorkommen." Die Süßwasserqualle stamme ursprünglich aus Ostasien, habe sich jedoch seit 1880 schnell in Europa verbreitet - "ohne jedoch irgendeinen Schaden anzurichten." "Craspedacusta sowerbii" laute der lateinische Begriff für die völlig ungefährlichen Süßwasserquallen.