Groß gefeiert wurde im vergangenen Herbst das 60-jährige Bestehen des Nordbayerischen Musikbundes in Bamberg. Gleichzeitig wurde auch die Nordbayerische Bläserjugend 20 Jahre alt. Nun ziehen die Kapellen und Musikvereine aus Stadt und Landkreis Coburg nach: das neu gegründete Kreisauswahlorchester gibt am 23. März ein Galakonzert in der Scheuerfelder Turnhalle.

Der Anstoß dazu kam von oben, nämlich vom Musikbund selbst. "Der Verband hat darum gebeten, die Jubiläen auch auf Kreisebene zu feiern", sagte Ronald Friedrich, Vorsitzender des Musikbundes im Kreis Coburg. Ziel sei es, auf regionaler Ebene präsenter zu werden und mehr Veranstaltungen zu bespielen.

Ziel: 40 Musiker

"Also haben wir bei den 20 Kreiskapellen, die wir in Coburg und im Landkreis haben, gefragt, wer mitmachen möchte", so Friedrich weiter, der selbst dem Musikverein Beiersdorf angehört.
Mitwirken darf im Prinzip jeder und eine feste Besetzung gibt es vorerst auch nicht. "Das ganze ist noch im Aufbau, aber wir hoffen, dass wir auf eine Stärke von etwa 40 Musikern kommen werden", sagte Friedrich, der selbst eine der Posaunen spielt.

Zur Probe am vergangen Sonntag sind immerhin schon knapp 30 Musiker gekommen. Erfreulich sei insbesondere der hohe Anteil junger Musiker. Rund die Hälfte der Mitwirkenden ist nicht älter als 27 Jahre, die jüngsten sind erst 16 Jahre alt. Friedrich schätzt vor allem auch den gesellschaftlichen Wert von Orchestern und Musikvereinen. Gerade das Miteinander sei bei der Musik besonders wichtig - ähnlich wie bei vielen Sportvereinen. "Der beste Solist ist nichts ohne das Orchester. Und umgekehrt", weiß der erfahrene Posaunist. Umso toller sei es da, dass die Jugend so gut mitzieht und stark vertreten ist.

Das Kreisauswahlorchester soll nun fest etabliert werden, also auch über den Auftritt in Scheuerfeld hinaus bestehen bleiben. Zuvor hatte man sich bereits für einzelne, lose Projekte zusammengetan und anschließend mehr oder weniger wieder aufgelöst. Jetzt sind schon weitere Termine in Planung, beispielsweise wird das Kreisauswahlorchester am 16. Juni beim Kreismusikfest in Roßfeld mitwirken. "Das Orchester soll eine feste Einrichtung bleiben. Die Leute müssen sehen, dass es uns gibt. Dann können wir auch mögliche Unterstützer gewinnen", sagte Friedrich.

Bis zum ersten Konzert studiert das Orchester nun ein gut zweistündiges Programm ein, das aus zwei Blöcken besteht. Im ersten, konzertanten Teil wird mit Holz- und Blechblasinstrumenten symphonische Blasmusik zum Besten gegeben. Dirigent Uwe Fischbach von der Jugendblaskapelle Witzmannsberg probt derzeit mit dem Orchester arrangierte Stücke aus dem weltbekannten Musical "Tanz der Vampire". Außerdem werden in Scheuerfeld Alfred Bösendorfers "Norway Impressions" und Jan van der Roosts "Arsenal" zu hören sein. Im zweiten Teil dirigiert dann Carmen Beck von der Neundorfer Blaskapelle, die im ersten Teil noch das Flügelhorn spielt. Gespielt wird dann böhmisch-mährische Blasmusik, wie etwa die "Polka Nr. 37" von Metodey Prajka, "Walzerträume" von Peter Schad und der "Böhmische Geburtstagsgruß" von Elmar Eggerl.