Genug Mumm in den Knochen, um ein echtes Braveheart zu sein? Eine gute Kondition reicht noch lange nicht, um zu den Tapfersten der Tapferen zu gehören: Echte Bravehearts dürfen keine Scheu vor kaltem Wasser und schlammigen Schuhen haben, müssen brutale Steigungen und Abhänge bewältigen können, durch tiefe Schlammgruben durch, auf allen Vieren durch dunkle Rohre kriechen und über hohe Wände und Gerüste klettern können. Nur die Härtesten unter den Läufern kommen durch diesen Höllenparcours ins Ziel und werden mit Ruhm, Ehre und der "Medal of Honor" belohnt!


Ab in den eisigen Gartenteich

Ob die Coburger Gruppe der RunningBros "DieNichtGanzSauberen" am Samstag, 11. März, rund um Bischofsheim ins Ziel kommt, wird sich zeigen. Vorbereitet ist das Team um Oliver Sonnefeld jedenfalls. Seit Wochen trainieren die Männer und Frauen zwischen 33 und 44 Jahren jeden Sonntag auf der Haarth in einem eigens dafür aufgebauten Parcours.
Mitten im Wohngebiet startet die zwei Kilometer lange Runde, geht querfeldein durch und rund um ein Wäldchen mit Klettergerüst, Reifenstation und Kriechhindernissen. Zusammengezimmerte Palettengerüste und -tunnel müssen auf einem noch freien Baugrundstück überwunden werden, bevor es zum Abschluss der ersten Runde quer durch den noch vereisten Gartenteich bei Familie Lulei geht. Nass, verdreckt, aber glücklich geht's dann weiter und weiter.


Höllische Herausforderungen

Der BraveheartBattle ist ein anspruchsvoller Cross-Hindernis-Lauf mit natürlichen und künstlichen Hindernissen. Bis zu 3500 Teilnehmer müssen in einer maximalen Zeit von fünf Stunden eine Strecke von etwa 24 Masterchief-Kilometern und natürliche sowie künstliche Hindernisse an rund 50 Stationen bewältigen. Der BraveheartBattle unterscheidet sich von ähnlichen Veranstaltungen vor allem durch seine Naturstrecke, in diesem Jahr rund um Bischofsheim. Viele höllische, kraftraubende Herausforderungen ergeben sich aus diesem Naturparcours, etwa extrem steile Aufstiege und rutschige Abhänge, an denen im März oft noch Schnee liegt, Abschnitte mit Steinen, verrottenden Bäumen sowie Sumpf und Gestrüpp, die die Läufer an ihre Grenzen bringen.
Absolute Härtetests sind die Gewässer, die im März noch eiskalt sein können. Das weiß auch Oliver Sonnefeld. Deshalb will er seine Truppe so gut wie es geht vorbereiten. Doch der Spaß kommt dabei nicht zu kurz. Alle sind sich einig: "Am geilsten ist der Dreck und danach das Feiern."
Oberstes Ziel ist es, gemeinsam durchs Ziel zu kommen. Fairness wird groß geschrieben. "Wer nicht ganz so fit ist, wird mit durchgeschleppt", prophezeit Sonnefeld, der bei der nächsten Runde seine Freundin Tanja gleich mal Huckepack nimmt und den Hang hoch trägt - im Schottenrock und oberkörperfrei versteht sich. "Hauptsache, wir bleiben unter vier Stunden", lacht der erfahrene RunningBros-Läufer.


Gemeinsam statt einsam

Ganz spontan, aus einer Bierlaune heraus, hat sich die Gruppe im letzten Jahr entschlossen, die BraveheartBattle 2017 mitzumachen. Und von Anfang stand in der Vorbereitungsphase fest: Gemeinsam statt einsam wird trainiert. Dabei absolvieren die einzelnen Mitglieder unter der Woche auch ihr eigenes Trainingsprogramm - allein, zu zweit oder in der Gruppe. 20 Kilometer-Läufe "after Work" sind dabei keine Seltenheit.
Die Naturstrecke um Bischofsheim wird mit zusätzlichen künstlichen Hindernissen zum Klettern, Kriechen, Balancieren und Überspringen aufgestockt, bei denen alles an Mut, Kraft und Leidensfähigkeit abverlangt wird! Bekannt sind zum Beispiel die eindrucksvolle 6,5 Meter hohe "Schäfer's Wall" und die metertiefen Schlammlöcher sowie die verschiedenen Kriechhindernisse, bei denen die Teilnehmer die Nase ganz dicht am Boden halten müssen. Für die "NichtGanzSauberen" ist das kein Problem, im Haarther Wäldchen kriechen sie durch nasses Laub und Schlammlöcher.


Wer ist ein Braveheart?

Wer sich offiziell Braveheart nennen und Finisher werden möchte , muss in der vorgegebenen Weise den Parcours bewältigen. Wer ein Hindernis auslässt oder die Herausforderung nicht schafft, ist "tough" und "strong", aber kein Braveheart und wird disqualifiziert. Jacqueline, Tanja, Miriam und Betty sind zuversichtlich: "Wir kriegen das hin." Einzig die Kälte nach den Wasser- und Schlammlöchern bereitet den Frauen etwas Kopfzerbrechen. "Neulich konnte ich mich nicht mehr bewegen und mein Mann musste mir die Schnürsenkel aufmachen", sagt Jacqueline und springt mit einem lauten
"Huuch" in den eisigen Trainingsteich.
Nebenan brennt schon das Lagerfeuer, Bier und Prosecco warten auf die ausgepowerten Sonntags-Runner.