Der Countdown bis zur Saisoneröffnung der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) läuft. Nur noch wenige Stunden, dann ertönt der erste Anpfiff der Saison 2013/14 in der Huk-Coburg Arena. Der ehrgeizige Aufsteiger VSG Coburg/Grub trifft am Mittwoch (19.30 Uhr) auf den TV Ingersoll Bühl, der mit dem dritten Platz in der vergangenen Saison für Furore sorgte und sich jetzt auch noch mit Nationalspieler Björn Höhne verstärkte. Er wechselte von den BR Volleys zu den Badenern.
Die Vorfreude in der Vestestadt auf diese Saison ist riesengroß. Respekt hat der Gastgeber vor all den großen Volleyballclubs, doch Angst ist für die "Schmiede" ein Fremdwort. Erfolgscoach Milan Maric: "Coburg ist eine sportverrückte Stadt und hat mit der HUK-Coburg-Arena eine Sporthalle, die für absoluten Spitzensport gebaut wurde.
Der Verein arbeitet sehr hart und hat es verdient, mehr als eine Saison in der Bundesliga zu bleiben".

Im Schnitt mehr als 1000 Fans

Und der Übungsleiter ist zuversichtlich, dass er mit seinem Team den Klassenerhalt schafft. Er glaubt, dass über 1000 Fans pro Spiel in der Halle begeistert sein werden - so wie das im zurückliegenden Meisterjahr bereits in der 2. Liga der Fall war: "Es wird einige Niederlagen geben, aber es gilt aufzustehen und weiterzukämpfen."
Jetzt ist seine Volleyballsportgemeinschaft tatsächlich in der Bundesliga angekommen. Der Verein, der vor zehn Jahren noch in der Bayernliga schmetterte, schaffte es durch zielstrebige Arbeit im Team und in Vorstandskreisen Stück für Stück besser zu werden und erfüllte sich mit der Meisterschaft in der 2. Liga Süd einen Traum, an den kein kühnster Visionär glaubte.
Nach reiflicher Überlegung entschied sich die VSG Coburg/Grub, das Aufstiegsrecht wahrzunehmen und sich der neuen Aufgabe zu stellen. Viel Arbeit musste von den Verantwortlichen neben ihren täglichen Berufen geleistet werden, und viele Bereiche kamen hinzu.
Mit sechs Neuzugängen, Nikola Poluga, Paul Lohrisch (beide TV Ingersoll Bühl), Daniel Malescha (VCO Berlin), Kevin Foyer (Netzhoppers KW), Merten Krüger (evivo Düren) und Adam Kocian (VI Frankfurt) verstärkten die Verantwortlichen ihr Meisterteam, um nun den Klassenerhalt zu schaffen.
Der Verein will nach Angaben von Vorsitzendem André Dehler wie in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterarbeiten und dabei sein sympathisches "Schmiede"-Gesicht bewahren.
"Wirtschaftliche Vernunft ist unser höchste Gebot. Ganz Coburg freut sich, die Top-Teams aus ganz Deutschland zu Gesicht zu bekommen, und hofft, dass die Volleyballschmiede aus der Vestestadt ein ums andere Mal den Hammer auspacken werden", zeigt ein euphorischer Vereinschef seine Vorfreude.
Auch die Trainer und Manager der anderen Erstligisten erwarten eine heiß umkämpfte Saison. Hinter dem Favoritentrio Berlin Recycling Volleys, VfB Friedrichshafen und Generali Haching bringen sich andere Teams in Stellung: "Ich habe auf jeder Position starke Spieler", sagt Michael Mücke, Trainer von evivo Düren. "Eine Sache kann ich unserem Publikum schon jetzt versprechen. Wir haben wieder eine sehr kämpferische Mannschaft, die den einen oder anderen Ball in der Abwehr retten wird."
Ähnliches wird vom TV Rottenburg oder CV Mitteldeutschland zu erwarten sein, die im Kampf um den Klassenerhalt jetzt Konkurrenz von den beiden Aufsteigern erhalten. Neben der VSG Coburg/Grub ist auch RWE Volleys Bottrop neu in der Eliteliga.
Das Transferkarussell hat sich nicht nur in Coburg kräftig gedreht, auch bei allen anderen Erstligisten bis auf Berlin und Rottenburg. Das verspricht gerade zum Saisonstart noch mehr Nervenkitzel und unterstreicht auch die Qualitätssteigerung in der DVL.
Viele Mannschaften setzen auf junge Talente wie Yannik Harms und Jan Zimmermann (Friedrichshafen), Ruben Schott (BR Volleys) oder die Coburger eben auf ihren neuen Hoffnungsträger Adam Kocian.

Mit internationalen Topstars

Darüber hinaus haben weitere Topstars aus dem In- und Ausland den Weg in die Bundesliga gefunden. Da wären Marcus Böhme, Ferdinand Tille und Sebastian Schwarz (Generali Haching) oder die bulgarischen Nationalspieler Victor Yosifov und Svetoslav Gotsev (VfB Friedrichshafen). "Fast die Hälfte der bulgarischen Nationalmannschaft spielt jetzt in Friedrichshafen", sagt Kaweh Niroomand, Manager der BR Volleys. Nach zwei Jahren ohne deutschen Titel sind die Ansprüche beim VfB Friedrichshafen nämlich klar: "Natürlich wollen wir die Meisterschaft und den DVV-Pokal gewinnen", sagt VfB-Startrainer Stelian Moculescu, der wegen unsportlichen Verhaltens im letzten Playoff-Finalspiel für die erste Partie gesperrt ist. ct