Am Anfang dieses Gesprächskonzerts steht ein unmissverständliches Plädoyer für noch immer unterschätzte Werke der Romantik. "Schuberts frühe Symphonien führen leider ein Schattendasein", sagt Coburgs Generalmusikdirektor Roland Kluttig. Gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester des Landestheaters unternimmt Kluttig etwas gegen diese Geringschätzung des frühen Symphonikers Schubert im Konzertleben.

Beim samstäglichen Concertino, das diesmal ausnahmsweise im Kongresshaus erklingt, setzt sich Kluttig mit großer Überzeugungskraft für Schuberts 3. Symphonie D-Dur ein. Dieses Werk, 1815 in Wien entstanden, mag zwar äußerlich das Etikett "Frühwerk" tragen, ist aber melodisch und im Orchesterklang schon ganz und gar unverwechselbarer Schubert.


Einflüsse von Richard Strauss


Musik, die sich mühelos ins Gehör schmiegt, für die Musiker aber durchaus Tücken bietet. "Ich kann Ihnen sagen, das ist früh um 11 Uhr nicht ganz einfach - für den Dirigenten schon, aber nicht für das Orchester", betont Kluttig, um sich dann Béla Bartóks 2. Suite für Orchester zuzuwenden. Auch das ein Werk, das selten im Konzertsaal erklingt - wohl auch deshalb, weil es stilistisch noch die Suche des Komponisten nach einer unverwechselbar eigenen Handschrift verrät.


"Man hört noch viele Einflüsse zum Beispiel von Richard Strauss", erläutert denn auch Roland Kluttig, verweist aber in seiner Einführung auch auf Verbindungslinien zum Schaffen von Antonin Dvorák. Und er schärft die Wahrnehmung für ungewöhnliche rhythmische Akzente beispielsweise mit ungeraden Taktarten.


"Das fängt so scheinbar einfach an, aber Sie werden hören, wie knifflig das wird", verspricht Kluttig. Melodisch und rhythmisch, aber auch in der feinen Differenzierung der Klangfarben erweist sich Bartóks 2. Suite in der konzentrierten Wiedergabe durch das Philharmonische Orchester dann als sehr reizvolles Werk. Wer Schubert wie Bartók nochmals hören will, kombiniert mit einer deutschen Erstaufführung des ungarischen Spätromantikers Emanuel Moór, hat dazu beim Sinfoniekonzert am Montag (2. November, 20 Uhr) im Kongresshaus die Gelegenheit.



Konzert-Tipp


Montag, 2. November 2. Sinfoniekonzert, Kongresshaus Coburg, Beginn: 20 Uhr

Programm Franz Schubert: 3. Sinfonie D-Dur
Béla Bartók: 2. Suite für Orchester
Emánuel Moór: Tripelkonzert für Violine, Cello und Klavier (Deutsche Erstaufführung)

Interpreten
Aramis Trio: Martin Emmerich (Violine), Heiner Reich (Violoncello), Fabian Wankmüller (Klavier); Philharmonisches Orchester Landestheater Cobrug, Leitung: Roland Kluttig

Karten im Vorverkauf in der Tageblatt-Geschäftsstelle sowie an der Abendkasse.