• Unverpackt-Laden in Coburg sucht dringend Nachfolger 
  • Betreiber-Ehepaar erklärt Hintergrund für Entscheidung
  • Deadline 2023 - "sonst werden wir spätestens im März die Türen schließen"
  • Circa 2300 Produkte im Geschäft - wer führt den nachhaltigen Laden weiter?

Coburg: Der Unverpackt-Laden im Steinweg 6 existiert nun seit mehr als zwei Jahren. "Wir hatten mit 1000 Produkten angefangen, mittlerweile bieten wir circa 2300 verschiedene Waren an", erklärt Thomas Lin, Angestellter und Ehemann der Inhaberin Lin Lin. Man sei mit recht viel Obst und Gemüse im Geschäft gestartet, mittlerweile habe sich jedoch nicht nur das Sortiment verändert. Das Paar will den Laden jetzt aber aufgeben - und ist dringend auf der Suche nach einer Nachfolge

Unverpackt-Laden in Coburg: So steht es um das nachhaltige Geschäft

Obst und Gemüse hätten sie mittlerweile komplett aus ihrem Laden entfernt. "Ansonsten findet man aber alles, was man so brauchen kann", erklärt Lin. Verschiedenstes Getreide stellt nur einen Teil des Sortiments dar. Unterschiedliche Reissorten, Nudeln sowie Süßwaren und Getränke sind ebenfalls vorhanden. Eine Kühltheke ist außerdem mit Molkereiprodukten ausgestattet. Neben Lebensmitteln findet sich eine große Auswahl an Non-Food-Produkten wie Hygieneartikel, Seifen, Klopapier und Kosmetik.

Im Geschäft gibt es zudem ein kleines Bistro, in dem man auch mal einen Kaffee trinken oder mitnehmen kann. Eröffnet hat der Laden im August 2020 - "das erste Jahr war super, für eine Ladeneröffnung mitten in der Pandemie ist es absolut spitze gelaufen", sagt Lin. "Ein Einbruch für uns war dann der November 2021. Wir hatten drei Mitarbeiter: Zwei Studenten, die zu der Zeit mit ihrem Studium fertig waren und eine Vollzeitkraft, die uns im Zuge der 3G-Regelung verlassen musste. Danach war es schwierig, überhaupt Mitarbeiter zu finden", sagt Lin.

Seit Juni 2022 verzeichnete man weitere Umsatzeinbußen, was auf die Ukraine-Krise zurückzuführen sei. Dennoch: "Wir können von dem Laden nach wie vor leben." Die Entscheidung über die Aufgabe des Geschäfts habe vor allem private Ursachen. "Wir haben eine 7-jährige Tochter zu Hause. Durch die fehlenden Mitarbeiter sind wir den ganzen Tag an den Laden gebunden, da kommt die Zeit für die Familie einfach zu kurz", erklärt Lin. Weil man jedoch viel Arbeit, Liebe und Zeit in den Laden gesteckt habe, "möchten wir den Laden idealerweise weitergeben, dass das, was wir uns aufgebaut haben, weitergeführt wird."

Ohne Nachfolge bald geschlossen: Unverpackt-Laden in Coburg droht Schließung 

"Lin's Unverpackt Coburg" sucht also ab sofort eine Nachfolge für das bisher Familien-geführte Geschäft. Lin selbst sei eigentlich ein Ingenieur. "Die letzten 25 Jahre saß ich ständig im Flugzeug und mein CO2-Fußabdruck war riesig. 2018 wollte ich das nicht mehr machen", was ihn nach einer Zeit als Bio-Imker zum Unverpackt-Laden brachte. Doch nicht nur er, auch seine Frau sei als Quereinsteigerin zu dem Geschäft gekommen. 

Im Geschäft der Lins setze man auf persönliche Beratung, "viele halten auch gerne mal ein Schwätzchen, wenn sie bei uns einkaufen". Das Paar biete an, einer potenziellen Nachfolge eine Übergangsphase einzuräumen, in denen beide noch im Geschäft bleiben und versuchen, den Unverpackt-Laden so gut es geht zu übergeben, "damit ein positiver Start möglich ist". 

Bisher habe sich leider kaum jemand gemeldet. Sollte sich niemand finden, der oder die den Unverpackt-Laden in Coburg übernehmen möchte, wird das Geschäft wohl oder übel verschwinden, so das Betreiber-Ehepaar. "Dann werden wir spätestens im März 2023 die Türen schließen", erklärt Lin abschließend.