Das Programm ist noch nicht fertig, in keiner Hinsicht. Die wichtigsten Termine stehen fest, aber noch längst nicht sind alle Ideen untergebracht. Michael Selzer, im neuen Betrieb Coburg Marketing der Projektleiter für das Victoria-und-Albert-Jubiläum, beschränkte sich bei der Pressekonferenz am Freitag auf die größten und wichtigsten - und brauche dafür doch fast eine Dreiviertelstunde.

Überstrahlt wurde das alles noch von der Tatsache, dass Queen Elizabeth II. persönlich die Schirmherrschaft über das Jubiläumsjahr in Coburg übernimmt (mehr dazu hier).

Größtes und aufsehenerregendstes Projekt ist das Doppelkonzert des Philharmonischen Orchesters des Landestheaters mit der Royal Choral Society in London und Coburg. Beim Konzert in der Londoner Cadogan Hall am 25. Mai gibt es Mendelssohn-Bartholdy sowie ein "Ständchen", das der Jubilar Prinz Albert einst komponiert hat. Das hat Generalmusikdirektor Roland Kluttig ausgegraben, berichtete Fritz Frömming, der kaufmännische Direktor des Landestheaters. Frömming wollte nicht ausschließen, dass Kluttig bis zum Konzert noch andere historische Schätze findet und ins Programm einbaut. "Das ist so bei Künstlern ..."

Damit auch Coburger zum Konzert fahren können, bietet die Stadt in Kooperation mit den örtlichen Medienhäusern Pauschalreisen nach London an; wer auf eigene Faust hinfahren will, kann sich über die Stadt die Konzertkarten zu rund 40 oder 33 Euro besorgen.

Möglicherweise kommt auch der Herzog von Kent, ein Cousin der Queen, zum Londoner Konzert (sein Vater und der Vater von Königin Elisabeth II. waren Brüder). Das ist aber nach derzeitigem Stand die einzige Gelegenheit, bei der sich jemand aus dem Kreis der Königlichen Hoheiten bei einer der von Coburg initiierten Veranstaltungen blicken lassen könnte. Aber zum Konzert in Coburg am 8. Juli in der Morizkirche hat sich immerhin der britische Botschafter angesagt.

Die Coburger wollen nicht nur selbst Veranstaltungen organisieren, sondern auch dabei sein, wenn rund um Victorias Geburtstag vom 24. bis 26. Mai auf der Isle of Wight gefeiert wird, sagte Städtepartnerschaftsbeauftragter Jürgen Heeb. Unter anderem soll es dort einen Festzug geben, an dem sich dann auch Coburger beteiligen - womöglich ein Pärchen, das Victoria und Albert darstellt. Zumindest werden zwei Personen gesucht, die den historischen Gestalten einigermaßen ähnlich sehen und bereit sind, in deren Rollen zu schlüpfen, sagte Michael Selzer.

Victoria und Albert hatten neun Kinder, von denen etliche in andere regierende Häuser einheirateten. Diese Verflechtungen werden in der Ausstellung "Alle Neune" auf Schloss Callenberg aufgegriffen, die Ende März eröffnet werden soll.

Ausstellungen gibt es auch in den übrigen Museen in der Stadt sowie in etlichen Schaufenstern: Das Puppenmuseum greift die kulturellen Klischees auf mit "Typisch british - very deutsch". Auf Fotografien im Archiv von Windsor beruht die Ausstellung "Coburger im Dienste von Prinz Albert". Der Prinzgemahl hatte seinerzeit seinen gesamten Hofstaat fotografieren lassen. Die Fototafeln sollen in den Schaufenstern der Einzelhändler gezeigt werden und durch die gesamte Stadt wandern, kündigte Selzer an.

Die Stadt will als Herkunftsort von Prinz Albert Austausch mit drei britischen Museen pflegen: In Osborne House, im Kensington Palace und dem Victoria&Albert-Museum sollen Touch-Screens 360-Grad-Einblicke in Coburger Einrichtungen gewähren, nämlich Schloss Rosenau, Alberts Geburtsort, die Ehrenburg und Schloss Callenberg. Auch dort werden die Touchscreens aufgebaut und zeigen das Innere der drei englischen Museen. Noch sind die Präsentationen nicht ganz fertig, sagte Projektkoordinator Michael Selzer. Spätestens bei der Ausstellungseröffnung in Schloss Callenberg Ende März soll es aber soweit sein.

Coburg wird Ende des Jahres noch ganz anders im Victoria&Albert-Museum präsent sein: Coburger Designstudenten entwerfen gerade Weihnachtsbäume für das Museum. Denn alle Jahre steht dort in der Eingangshalle ein Design-Christmastree. Das ist gleichzeitig eine Erinnerung an das große Projekt drei Jahre zuvor, als die Coburger der Queen einen Weihnachtsbaum vor Schloss Windsor stellten.

Auch mit Gotha kommt eine Zusammenarbeit zustande: Dort findet Anfang Mai auf Schloss Friedenstein eine internationale Forschertagung statt. Im Zuge dessen kommt die deutsche Historikerin Karina Urbach nach Coburg und stellt ihre aktualisierte Biografie über Queen Victoria vor (11. Mai, Schloss Ehrenburg).

Soweit sie feststehen, sind die Veranstaltungen auch auf dem Tourismusportalder Stadt Coburg zu finden.