Stadt und Landkreis waren am Freitag Kulisse für den Dreh eines Werbespots von BMW.

Der Münchner Konzern will damit sein neues Motorrad in Szene setzen. Gedreht werden Filme, mit denen im Anschluss Händler geschult werden sollen, sagte Patrick Winter, Leiter internationales Training BMW Motorrad, dem Tageblatt.

"Wir drehen die Filme an verschiedenen Orten zwischen Berlin und München - und da habe ich gesagt, wir sollten auch hier Station machen." Warum in Coburg? Winter: "Weil ich von hier stamme, genauer gesagt aus Rödental-Waldsachsen." Gedreht wurde am Schloss Callenberg, am Froschgrundsee -und am Flugplatz.

Der war auch ausschlaggebend für die Wahl der Vestestadt als Drehort. BMW wolle damit auch einen Link zur Unternehmensgeschichte legen, in der auch Flugzeugmotoren gebaut wurden, sagte Winter. Auch Starts und Landungen von Flugzeugen wurden für die Händlerfilme gedreht. Heut zieht das Filmteam weiter.

Drehort Coburg

Coburg war nicht zum ersten Mal Drehort, auch für Kinoproduktionen waren Teams schon in der Stadt (unter anderem für den Film "Luther" von 2003 mit Joseph Fiennes in der Hauptrolle. Auch die Stadt Coburg wirbt auf ihrer Internetseite mit Drehorten, unter anderem mit dem Schloss Callenberg, das auch das BMW-Filmteam jetzt nutzte. Das Schloss und andere Drehorte (Landesthater, Veste, Schloss Ehrenburg, der Marktplatz und auch der Flugplatz) seien laut Internet-Auftritt gute Kulissen für Dreharbeiten zu Szenen aus "Mittelalter, Renaissance, Barock, 19. Jahrhundert, Jugendstil, Nachkriegszeit" sowie "70er Jahre und Gegenwert". Oder, kurz gesagt, wohl einfach alles an Coburg Stadt und Land ist in jeder Epoche telegen.

Bike für den US-Markt

Das Motorrad, um das es jetzt ging, ist übrigens nichts für einen schmalen Geldbeutel, Elektro-Antrieb-Fans oder Anfänger auf dem Bike. Der Imagefilm präsentiert die am Donnerstag erstmals vorgestellte "R18 Transcontinental". Laut dem Branchenmagazin "Auto Bild - Motorrad" ist das Modell vorrangig für den US-Markt gedacht in dem Segment, in dem Harley Davidson Vorreiter ist. Aber nicht nur BMW ist in dem Produktsegment Luxustourer oder auch Cruiser vertreten, auch beispielsweise der chinesische Hersteller "Benda" hat diesen Juli ein Modell aus dem Bereich vorgestellt.

Klima?

Klimaschoner scheinen diese Modelle aber insgesamt nicht zu sein. Die "R18" bringt zum Beispiel einen für Motorräder sehr großen 24-Liter-Tank mit. Wie allerdings die Zukunft von Verbrenner-Motorrädern aussieht, ist bislang weniger klar als bei Autos. Hier zeichnet sich ein Ende der Verbrenner ab, Norwegen zum Beispiel will ab 2025 überhaupt keine Neuwagen mit diesem Antrieb zulassen. In einigen europäischen Großstädten wird mittlerweile konkret daran gearbeitet, auch Motorräder mit Verbrenner mindestens stark einzuschränken, darunter in London und Paris.

Wohl auch deshalb ist das Konzept der neuen BMW-Maschine auf endlose US-Freeways angelegt. Gefilmt in den endlosen Weiten des Coburger Landes.