Auf die eine Hälfte des Burger-Brötchens hat Oliver Popp bereits frische Gurken, Tomaten und Zwiebeln gelegt. Auf die andere Hälfte ein Salatblatt. Zum Schluss kommen noch die Soße, das Patty und der Käse auf den Burger. "Es gibt Mozzarella und Parmesan", zählt der Inhaber von Shorty's Foodtruck Catering auf. Um einen Burger zuzubereiten, braucht er keine fünf Minuten.

Popp ist einer von aktuell sieben Caterern, die ihr Essen beim B3ö3 Föödspäce anbieten. Dieser befindet sich direkt an der Bundesstraße 303 auf dem Parkplatz, wo bis vor knapp einem Jahr noch Roland Melzers Grilloase war. "Alle kannten ihn unter dem Namen Bobby. Nach seinem plötzlichen Tod überlegten ich und meine Lebensgefährtin, was auf dem Parkplatz alternativ angeboten werden könnte", sagt Frank Heumann, der den Parkplatz verpachtet. So entstand die Idee mit den Foodtrucks. "In Frohnlach und Ebersdorf gibt es kaum noch Gastronomen. Für die Einwohner soll der B3ö3 Föödspäce eine Alternative sein", beschreibt Heumann den Hintergrund seines Projekts. Shorty war der Erste, der mitgemacht hat. "In der zweiten Februarwoche ging's los - obwohl es in der Woche so kalt war, hatten wir trotzdem Ausverkäufe. Jetzt sind zum ersten Mal alle sieben Tage mit einem Caterer besetzt." Ab dem 31. März wird außerdem ein Gemüsehändler vor Ort seine Waren anbieten.

Hier kreuzen sich die Wege

"Wegen der Vielfalt wäre es schön, wenn langfristig zwei bis drei Caterer pro Tag hier wären." Um den Kunden jetzt schon Abwechslung zu bieten, legt Heumann sehr viel Wert auf ein breit gefächertes Angebot: "Auf die Woche gesehen, ist fast jeden Tag ein anderer Caterer vor Ort. Es gibt Galettes, Crêpes, Fisch, Hähnchen, Teigwaren und Bratwürste."

Nach Heumanns Ansicht hat der Standort an der Bundesstraße einen entscheidenden Vorteil: "Hier kreuzen sich die Wege von Bamberg nach Sonneberg und von Coburg nach Kronach. Auch ein Radweg führt hier vorbei." Um die Mittagszeit halten vor allem Handwerker auf dem B3ö3 Föödspäce an. Betriebe können im Vorfeld Bestellungen für ihre Mittagspause aufgeben. "Die Stoßzeiten sind um die Mittagszeit und nach Feierabend gegen 17 Uhr. Auch die Anwohner nehmen das Angebot gut an."

Mit dem Neubau des Lidls auf der gegenüberliegenden Straßenseite hofft Heumann auf mehr Laufkundschaft. "Bestimmt sind immer 20 bis 30 Leute vor Ort zum Einkaufen." Der Initiator des Projekts träumt davon, nach der Corona-Pandemie Sitzgelegenheiten auf dem Parkplatz aufzustellen. "Auf langfristige Sicht wäre eine kleine Hütte mit Ausschankmöglichkeit für den Abend mein Traum."

Vom Lieferwagen zum Foodtruck

Oliver Popp ist mit seinem Foodtruck ein bis zwei Tage pro Woche vor Ort in Ebersdorf. "An den anderen Tagen biete ich meine Burger in Sonneberg, Kutzenberg und meinem Heimatort Eicha", sagt Popp. Für ihn hat jeder Standort seinen Charme. "Viele Kunden kommen immer wieder." Der Foodtruck des 41-Jährigen ist ein umgebauter Lieferwagen. "Vor Corona habe ich mobil Cocktails auf Veranstaltungen angeboten." Aus der Not heraus hat er den Wagen dann umgebaut.

Nicht alle Speisen eignen sich zum Verkauf in einem Truck. "Burger sind die neuen Döner. Ich esse selbst gerne Burger und der Platz hier im Wagen ist ausreichend zur Zubereitung." Während Popp Burger und Pommes anbietet, brät "Broudwörschdqueen" Claudia Erbe einmal pro Woche frische Bratwürste und Steaks auf dem B3ö3 Föödspäce. "Die Kunden sind sehr freundlich. Oft kommen auch Radfahrer und Spaziergänger vorbei", sagt die Ebersdorferin. Sie weiß es sehr zu schätzen, dass sich alle Caterer untereinander gut verstehen. "Wenn mal jemand ausfällt, springen wir gegenseitig als Vertretung ein."