Der Abend verspricht ein kontrastreiches musikalisches Programm. Von böhmischen Klängen bis zur Filmmusik spannt sich der Bogen beim Doppelkonzert mit der Blaskapelle Meeder und der Musikkapelle Nussdorf am Inn. Welche Ziele die Blaskapelle Meeder hat, verraten Vorsitzender Thomas Krämer und Dirigent Markus Hollstein im Gespräch.

Sie veranstalten seit 2007 Doppelkonzerte: Was war der Auslöser?
Markus Hollstein: Ich habe musikalisch ein zweites Highlight gesucht. Wir haben im November traditionell unser Jahreskonzert und danach ist ein wenig Saure-Gurken-Zeit. Da hat mir einfach ein Ziel gefehlt, für das man proben kann. Nach unserem Jahreskonzert ein ganzes Programm einzustudieren ist natürlich schwierig bis zum April. So war der Gedanke: Wir spielen nur eine Halbzeit und dann laden wir uns einfach ein Orchester ein.

Welches Repertoire pflegen Sie?
Markus Hollstein: Wir haben eigentlich die ganze Bandbreite im Programm - während des Jahres haben wir auch Zeltgeschäfte zu spielen, Schützenfeste, Unterhaltungsmusik, Kurkonzerte. Um uns daneben andere Stücke anzueignen, spielen wir auch ein bisschen orchestrale Musik.

Sie sind seit 1992 Vorsitzender der Blaskapelle Meeder. Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Thomas Krämer: Ich bin Gründungsmitglied, bin seit 1980 dabei und spiele Bariton, aber mit Tenorhorn hat's angefangen. Im Grunde hat das mit einem Zufall begonnen. Ich wollte eigentlich keine Musik machen, wollte nur schauen, was meine Freunde so machen. Dann hat mir Horst Krämer, der damalige Leiter des Posaunenchors, das Instrument in die Hand gedrückt, hat gesagt: Du hast breite Lippen, du spielst Tenorhorn. So war meine Laufbahn bestimmt. Angefangen haben wir mit 14, 15 Leuten. Heute sind wir gut 40, wenn wir komplett sind. Bevor Markus Hollstein kam, standen wir fast vor der Auflösung. Doch seit er da ist, ist es bei uns steil nach oben gegangen. Jetzt versuchen wir unser Niveau zu halten, das wir erreicht haben. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe.

Ganz am Anfang gab es sehr viele Jugendliche in der Blaskapelle Meeder. Wie sieht die Altersstruktur heute aus?
Thomas Krämer: Wir sind bei 25 bis 28 Jahren im Durchschnitt. Es gibt immer noch sehr viele junge Leute. Die drücken den Altersdurchschnitt deutlich nach unten.

Wie schaffen Sie es, dass junge Leute zu Ihnen kommen?
Thomas Krämer: Einfach durch gezielte Jugendarbeit. Wir werben, wir lassen nicht locker, wir haben Gemeinschaftsprojekte zum Beispiel auch über die Musikschule in Rödental. Wir lassen Lehrer von dort nach Meeder kommen. Die Blechbläserlehrer kommen aus Rödental. Dann gibt es noch einen Holzbläser, der ist über den Musikverein Beiersdorf zu uns gekommen. Da gibt es eine Kooperation. Man muss sich ja zusammenschließen, keiner kann alleine ein solches Konstrukt aufrechterhalten.

Die Konzerte sind die Highlights in Ihrem Programm. Wo treten Sie außerdem auf?
Thomas Krämer: Daneben gibt es Standkonzerte, Auftritte im Kurpark Bad Rodach, Kirchweih-Auftritte - das sind reine Unterhaltungsprogramme.
Markus Hollstein: Außerdem treten wir in diesem Jahr beim Coburger Klößmarkt oder bei den Genusstagen auf.
Thomas Krämer: Das geht vom Programm her oftmals in die böhmische Richtung. Bei unseren Konzerten wollen wir dann ein bisschen zeigen, was machbar ist für uns. Das hat für uns immer einen besonderen Stellenwert.

Gibt es ganz besondere Stücke, die Sie gerne einmal aufführen wollen?
Markus Hollstein: Es gibt viele Highlights, aber man muss natürlich die Auswahl der Stücke am Orchester und am Publikum ausrichten. Ein Highlight, das mir vorschwebt, wäre ein Konzert mit einem Sinfonieorchester, zum Beispiel mit dem Orchester der "Musikfreunde Neustadt", ein klassischer Abend mit Filmmusik - "Schindlers Liste", "Apollo 13", "Jurassic Parc", so etwas in diese Richtung. Da müssen wir noch ein bisschen arbeiten und viel vorbereiten. Bis man eine solche Idee dann wirklich umsetzt, braucht's ein bisschen Zeit.
Thomas Krämer: Dieses Jahr wollen wir mit unserem Doppelkonzert neue Wege gehen, weil wir denken, dass wir uns vielleicht doch ein wenig unter Wert verkaufen. Wir machen erstmals einen Vorverkauf.


Rund um die Blaskapelle Meeder


Konzert-Tipp Samstag, 23. April, 19.30 Uhr (Einlass 18.30 Uhr), Meeder, Grundschule, Doppelkonzert Blaskapelle Meeder (Dirigent: Markus Hollstein) und Musikkapelle Nussdorf am Inn (Dirigent: Franz Weyerer)

Gründung Im Jahr 1980 fanden sich engagierte Musiker zusammen mit dem Ziel, in Meeder eine Blaskapelle zu gründen. Die Idee stammte von Horst Krämer, der musikalischer Leiter des Posaunenchores war. In den ersten Jahren hatte Horst Krämer die musikalische Leitung der Blaskapelle.

Nachfolger Im April 1983 übernahm Klaus Rohleder (Hornist am Landestheater in Coburg das Dirigat. Von 1992 bis 1994 leitete der junge Mike Eichhorn die Blaskapelle. Anschließend (1995 bis 1999) hatte Reiner Taubmann die musikalische Leitung. Zwischen 1999 und 2000 war Helmut Mitzenheim Dirigent.

Seit Januar 2001 liegt die musikalische Leitung in den Händen von Markus Hollstein, einem gebürtigen "Badenser" aus dem Großraum Offenburg. Dort spielte er im Bundeswehr-Musikkorps in Karlsruhe und leitete später auch die Stadtkapelle Offenburg.

Eintrittskarten im Vorverkauf sieben Euro (Lisa Budewitz, Tel. 09566/8071117), Abendkasse neun Euro