Coburg
Umwelt

Blaualgen bedrohen den Goldbergsee in Coburg

Kann man im Coburger Goldbergsee baden? Radio Eriwan würde darauf antworten: "Im Prinzip ja - aber..." Ähnlich sehen es die Experten vom Wasserwirtschaftsamt.
Der Goldbergsee in Coburg
Der Goldbergsee in Coburg Foto: Julia Scholl

Von wegen "Pack die Badehose ein, nimm Dein kleines Schwesterlein, und dann nichts wie raus zum Goldbergsee". Das klingt nämlich - anders als beim originalen "Wannsee"-Schlager von Conny Froboess - nicht nur holprig, sondern ist auch tatsächlich mit Vorsicht zu sehen. "Der Goldbergsee ist nun mal kein Badesee, sondern in erster Linie ein Hochwasserrückhaltebecken", betont Hans Joachim Rost vom zuständigen Wasserwirtschaftsamt Kronach.

Hinzu kommt, dass große Teile des Sees in einem wertvollen Naturschutzgebiet liegen. Eine Nutzung für Freizeitaktivitäten ist deshalb sowieso nur im vorderen Teil des sogenannten Grundsees erlaubt - dieser erstreckt sich von der Fußgängerbrücke in südlicher Richtung bis kurz vor Neuses.

Zu viel Stickstoff und Phosphat

Aber nicht alles, was erlaubt ist, muss auch automatisch sinnvoll sein. Denn der Goldbergsee hat aufgrund seiner Lage mit dem Problem einer Eutrophierung zu kämpfen, wie Hans Joachim Rost erklärt. Von Eutrophierung wird gesprochen, wenn bestimmte Nährstoffe in einem Gewässer stark zunehmen, wodurch dann die wiederum das Wachstum diverser Pflanzen gefördert wird. Im Falle des Goldbergsees steigen - vor allem an warmen Sommertagen - die Stickstoff- und die Phosphatwerte. Laut Hans Joachim Rost liegt das nicht zuletzt an der landwirtschaftlichen Nutzung, die jahrzehntelang auf den heutigen Flächen des Goldbergsees betrieben wurde.

Ein weiteres Problem ist, dass - außer im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze aus Thüringen kommt - nur ein sehr geringer Wasseraustausch im See stattfindet. Lediglich die kleine Sulz bringt ein bisschen Frische. Doch die reicht nicht aus, um die Eutrophierung zu stoppen. Deshalb dürfte es auch heuer wieder nur eine Frage der Zeit sein, bis sich wieder Blaualgen bilden. Die entsprechenden Hinweisschilder, die zuletzt im August 2020 zum Einsatz kamen, liegen ohnehin noch griffbereit in einem Lager in der Nähe des Goldbergsees, wie Rost verrät. Denn sobald Blaualgen da sind, wird vor dem Baden ausdrücklich gewarnt.

Der Kontakt mit Blaualgen kann Hautreizungen verursachen; besonders schmerzhaft wird es, wenn die Augen damit in Berührung kommen. Wer aus Versehen Wasser schluckt, in dem sich Blaualgen befinden, riskiert Erkrankungen wie Durchfall und Übelkeit.

Regelmäßige Kontrollen

Wohlgemerkt: Noch sind in diesem Jahr keine Blaualgen am Goldbergsee gesichtet worden. "Unsere Mitarbeiter kontrollieren das mehrmals in der Woche", versichert Hans Joachim Rost. Deshalb gelte bis auf Weiteres die Sprachregelung: "Das Baden im Goldbergsee wird von uns nicht empfohlen, aber es ist auch nicht verboten."

Da drängt sich eine sehr private Frage an den Experten vom Wasserwirtschaftsamt auf: Herr Rost, würden Sie persönlich im Goldbergsee baden? Er überlegt nur kurz: "Aktuell ja - aber grundsätzlich ziehe ich sowieso das Freibad vor."