Elektro Kirchner hat seinen Sitz in der Wassergasse. Doch seit ein paar Tagen ist der Schriftzug der Firma auch in der Ketschengasse zu finden - am Gebäude Nummer 35. "Ja, dort war bis Mitte der 1970er Jahre unser Geschäft", erklärt der heutige Kirchner-Geschäftsführer Michael Böhm. Dass der alte Schriftzug jetzt wieder zum Vorschein kam, liegt daran, dass das Schild "Klecks - Farbe & Papier" entfernt wurde. Denn das auf Schreibwaren und Bastelbedarf spezialisierte Geschäft wird auch nach der coronabedingten Zwangsschließung nicht mehr öffnen.

In der Webergasse geht's weiter

"Klecks"-Inhaberin Helga Maiorca stellt im Gespräch mit dem Tageblatt allerdings klar, dass die Aufgabe des Geschäfts in der Ketschengasse nichts mit der Pandemie zu tun hat: "Der Entscheidung, den Ende 2020 auslaufenden Mietvertrag nicht mehr zu verlängern, ist schon vor gut einem Jahr gefallen." Stattdessen, so der Plan auch noch heute, wolle sie alles im "Klecks"-Geschäft in der Webergasse 25 ("Stempel Scheler") bündeln.

Zur Erinnerung: Das "Klecks"-Geschäft in der Ketschengasse gab es seit 1992. Helga Maiorca übernahm es 1995, und vor 15 Jahren wurde Helga Maiorca auch noch Inhaberin des traditionsreichen "Stempel Scheler" in der Webergasse, das seitdem als "Klecks - Stempel Scheler" firmiert.

Basteln im Lockdown

Im Geschäft in der Webergasse bietet Helga Maiorca aktuell die Möglichkeit von "Click & Collect" an. Malen und Basteln sind ja immer ein kreativer Zeitvertreib, aber jetzt im Lockdown eben erst recht. Der fürs Geschäft in der Ketschengasse geplante Räumungsverkauf muss hingegen ausfallen. "Wir hätten sogar noch bis Ende Februar drinbleiben können", sagt Helga Maiorca - doch an dieser Stelle hat Corona dann eben doch einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das Ladenlokal in der Ketschengasse 35 wird aber nicht lange leer stehen: Voraussichtlich im April will dort Thomas Wachner mit seinem Tabak- und Zeitschriftenladen ("Carl Führ") einziehen, der sich derzeit noch etwa hundert Meter stadteinwärts in der Ketschengasse 13 befindet.

So markant und gemütlich das sehr schmale Ladenlokal in der Ketschengasse 13 auch ist: "Es ist schon sehr beengt", sagt Thomas Wachner. In der Ketschengasse 35 werde er mehr Platz und mehr Möglichkeiten haben. So sei angedacht, noch Schreibartikel mit ins Sortiment zu nehmen. Zum aktuellen Geschäftsverlauf sagt Thomas Wachner: "Klar merkt man, dass viel weniger Leute in der Stadt unterwegs sind." Umso dankbarer sei er für seine vielen Stammkunden.

Auch die Laden-Galerie der Keramikwerkstatt Dorrmann & Wassermann verlässt die Ketschengasse. Das neue Domizil der beiden Wohlbacher Künstler Klaus Dorrmann und Sigrun Wassermann soll "im Laufe des Jahres" wenige hundert Meter stadtauswärts in der Ketschengasse 47 entstehen. Dort ist bereits auf einem Schild zu lesen: "Wir freuen uns darauf sehr und hoffen, dass die neue Adresse ebenfalls wieder schnell zum Treffpunkt wird für alle Kunstfreunde und Freunde unserer Werkstatt." Bis zur Neu- und Wiedereröffnung bieten Klaus Dorrmann und Sigrun Wassermann ihre Keramikwerke online an: www.keramik-werkstatt-shop.de.

Und wie geht's nach dem Auszug des Tabakgeschäfts und der Laden-Galerie in der Ketschengasse 13 weiter? Die städtische Wohnbau als Eigentümerin plant einen Umbau des Gebäudes. In den Obergeschossen sind Wohnungen geplant sowie im Erdgeschoss eine Gewerbeeinheit mit rund 60 Quadratmetern, wie Anette Vogel von der Wohnbau erklärt.